POLITIK
03/02/2017 17:49 CET | Aktualisiert 03/02/2017 18:10 CET

So will Schulz Kanzlerin Merkel schlagen

Siegessicher - so will Schulz Merkel schlagen
Thomas Peter / Reuters
Siegessicher - so will Schulz Merkel schlagen

  • Martin Schulz verleiht der SPD einen lange nicht gekannten Auftrieb

  • Bislang war fraglich, wie sich der sozialdemokratische Kanzlerkandidat von Angela Merkel abheben kann

  • Dafür hat er nun eine einfache Lösung

Die Bundestagswahl liegt noch einige Monate in der Ferne. Doch der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz ist längst im Wahlkampfmodus.

Zwar reitet er auf einer Euphoriewelle und zeigt sich gegenüber Kanzlerin Angela Merkel kampfeslustig, doch bisher blieb es meistens schwammig, wenn er nach den eigenen Vorteilen gefragt wurde.

Denn wie will sich Schulz von letztendlich von Merkel abheben?

Mehr zum Thema: Der Schulz-Plan: Wofür steht der Euphorie-Kandidat der SPD?

"Die Leute werden das sozialdemokratische Original wählen"

Im Interview mit dem "Spiegel" erklärte der SPD-Politiker das seine zentrale Taktik ist, "diesen Etikettenschwindel, mit dem wir schon geraume Zeit leben, für alle sichtbar zu machen".

Schulz gibt zu: "Der Versuch von Frau Merkel, sich als Sozialdemokratin zu geben, war ein geschickter Schachzug." Allerdings werde das nicht mehr funktionieren, insbesondere weil der Druck aus der CSU aber auch aus Teilen der CDU zu groß werde. Schulz ist sich sicher: "Am Ende werden die Leute das sozialdemokratische Original wählen."

Schulz will AfD-Wähler zurückgewinnen

So will er die Sozialdemokratische Partei Deutschlands zur einzigen Wahloption machen, die tatsächlich sozialdemokratische Politik macht. Er ist sich sicher, dass er so ehemalige SPD-Wähler zurückholen kann, die sich in den letzten Jahren von den Wahlurnen fern hielten. Und auch die AfD-Wähler will er zurückgewinnen - ohne "mit den gefährlichen Leuten zu reden, mit den Höckes oder Petrys".

Eine schwierige Aufgabe, die Schulz dadurch meistern will, indem er die Wähler davon überzeugt, "dass wir nicht nur taktisch, sondern vor allem aus innerer Überzeugung handeln".

"Gelegentlich zugeben, wenn man etwas nicht kann"

Das schließt aus seiner Sicht ein, "gelegentlich zuzugeben, wenn man etwas nicht kann. Oder zu sagen: Ich habe noch kein fertiges Steuerkonzept." So wie im "Spiegel"-Interview, wo Schulz offen sagt, nicht zu wissen, was er eigentlich besser als Kanzlerin Merkel könne.

Im Fall der Flüchtlingspolitik sei es "jedenfalls gut", dass Deutschland "seine humanitäre Verpflichtung erfüllt hat". Da ist es aus Sicht von Schulz unerheblich, dass er sich in diesem Bereich nicht sonderlich von Merkel abheben kann.

Dass es Schulz jedoch gelingen kann, Politik glaubwürdig zu vertreten, dass zeigen seine Umfragewerte. In der neuesten überholte er die Kanzlerin erstmals - um satte 16 Prozentpunkte.