POLITIK
01/02/2017 13:03 CET | Aktualisiert 01/02/2017 14:56 CET

Polizeigewerkschaft nach Anti-Terror-Razzien: "Anschlagsgefahr unvermindert hoch"

(GERMANY OUT) Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft  (Photo by Popow/ullstein bild via Getty Images)
ullstein bild via Getty Images
(GERMANY OUT) Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (Photo by Popow/ullstein bild via Getty Images)

  • Nach den Anti-Terror-Razzien in Hessen ist die Anschlagsgefahr unvermindert hoch

  • Davor warnt der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt

  • Er fordert von den Bundesländern mehr Engagement im Anti-Terror-Kampf

Nach dem Anschlag von Berlin machen die Sicherheitsbehörden ernst.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben mehr als 1000 Beamte in über 50 Gebäuden ein Anti-Terror-Netzwerk in Hessen hochgenommen. Es war ein großangelegter Schlag gegen radikale Islamisten - und sicher nicht der letzte, glaubt man dem Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt.

"Niemand weiß, wie viele Netzwerke bestehen"

"Die Gefahr neuer Terroranschläge ist unvermindert hoch", sagte Wendt der Huffington Post.

Bei dem Einsatz nahm die Polizei einen mutmaßlichen Dschihadisten fest. Der 36 Jahre alte Tunesier soll für die Terrormiliz IS einen Anschlag in Deutschland geplant haben und an Anschlägen in Tunesien beteiligt gewesen sein, unter anderem auf das Bardo-Museum in Tunis im Jahr 2015.

"Niemand weiß, wie viele Netzwerke bestehen oder wie viele entschlossene radikalisierte Einzeltäter in Deutschland und Europa sind", warnte Wendt. Deswegen würden auf die Anti-Terror-Razzien in Berlin und Hessen weitere folgen.

"Großer Fahndungsdruck wird zu weiteren Einsätzen führen"

"Der große Fahndungsdruck verunsichert die islamistische Szene und wird sicher zu weiteren Einsätzen führen", sagt Wendt. Die Einsätze seien gut koordiniert und würden schlagartig ausgeführt.

Wichtig sei auch die europäische Zusammenarbeit, die von Innenminister Thomas de Maizière vorangetrieben werde, sagte Wendt.

Er forderte die Bundesländer dazu auf, den Verfassungsschutz weiter zu stärken und salafistische Aktivitäten stärker zu überwachen.

"Der Bund hat mit wichtigen Haushaltsentscheidungen seine Hausaufgaben gemacht, die Länder müssen erheblich mehr tun!"

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(ben)