POLITIK
02/02/2017 02:37 CET | Aktualisiert 02/02/2017 03:54 CET

"Maischberger": Blumenhändlerin findet Mann, der sie ausraubte – die Justiz reagiert unmöglich

Heike Osterberg findet Berlin einfach nur noch "ätzend und beschissen". In Sandra Maischbergers Sendung "Polizisten – Prügelknaben der Nation?" berichtete sie, wie regelmäßig in ihren Blumenladen eingebrochen wurde und Trickdiebe ihr das Geld aus der Kasse nahmen. (Oben im Video zu sehen: "Polizist geht auf Berliner SPD-Politiker los - und Maischberger hält die Luft an")

Von der Polizei kam wenig Hilfe - also nahm sie die Sache selbst in die Hand. Sie veröffentlichte das Video eines Verdächtigen im Internet - und tatsächlich erkannte dessen Ex-Freundin ihn und nannte ihr den Namen. Osterberg konnte so der Polizei nicht nur die Facebook-Seite des Mannes geben, sonder ihr auch seine Lieblings-Spielothek nennen. Und nebenbei kam heraus, dass er auch für den Einbruch bei einem Discounter verantwortlich war.

Polizei wählte "kräfteschonenden Ansatz"

Allein, es geschah nichts. Stattdessen bekam sie ein Schreiben von der Staatsanwaltschaft, dass das Verfahren wegen "fehlender Ermittlungsansätze" eingestellt wurde. In einem anderen Fall wurde eine Trickdiebin sogar in ihrem Laden festgenommen. Zum Prozess kam es nicht. Begründung: Die Frau haben "ihren Aufenthaltsort nicht im Bundesgebiet".

Polizeigewerkschaft Rainer Wendt sagte bei "Maischberger", er finde es "überhaupt nicht gut", dass Osterberg die Strafverfolgung selbst in die Hand nehme. Er verteidigt die Polizei. Bei aussichtslosen Fällen sei dieser "kräfteschonende Ansatz" richtig. Stattdessen schiebt er den schwarzen Peter dem anwesenden Verfassungsrichter Thomas Fischer zu: "Die Justiz wird ihre Gründe dafür haben, die erschließen uns nicht immer."

"Es ist gefährlich, wenn Bürger nicht mehr dem Staat vertrauen"

Der Verfassungsrichter kommt mit Statistiken. Er will erstmal klarstellen, dass es sich bei den Delikten im Blumenladen um "Diebstähle" und nicht um "Ausrauben" handelt. Und die seien "in keiner Weise angestiegen". Bei Fischer ist alles "kompliziert" und "einerseits, aber auch andererseits ..." Osterberg verdreht die Augen.

Mehr zum Thema: Polizist geht auf Berliner SPD-Politiker los - und Maischberger hält die Luft an

Lediglich die Polizistin Regina Lenders springt ihr bei. "Das ist doch genau das, was verhindert werden muss", sagt sie. "Es ist gefährlich, wenn der Bürger glaubt, er könne dem Staat nicht vertrauen."

Heute muss man Polizisten auf der Straße suchen

Die Polizistin mit 37 Dienstjahren erinnert sich an bessere Zeiten. "In den 80er konnte ich in den Blumenladen gehen und fragen, wie es geht." Dann wurde eingespart und Wachen zusammengelegt.

Osterberg stimmt ihr zu: "Vor zehn Jahren hat der Kontaktpolizist meinem Hund Stickis mitgebracht." Jetzt müsse man Polizisten auf der Straße suchen.

"Der U-Bahn Treter wird doch nicht durch Polizei-Stickis überführt", höhnt Fischer daraufhin. Wendt ist empört: "Ziehen sie das doch nicht ins Lächerliche." Fischers Äußerung zeige die Arroganz der Justiz gegenüber den Opfern."

Osterberg hilft das wenig - sie ist jetzt weggezogen. "Ich fühle mich in Berlin nicht sicher."

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