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01/02/2017 09:24 CET | Aktualisiert 01/02/2017 09:38 CET

"Hassmusiker": Grüne wollen Auftritt von Xavier Naidoo verbieten

Kirsten Neumann / Reuters
Grüne Jugend Rosenheim will Xavier Naidoos Auftritt verbieten.

In Rosenheim braut sich Ärger um einen von Deutschlands bekanntesten Musikern zusammen: Xavier Naidoo.

Der soll mit seiner Band Söhne Mannheims auf dem Sommer-Festival der oberbayerischen Stadt auftreten. Doch jetzt formiert sich in der Stadt Widerstand gegen seinen Auftritt.

"Verschwörungstheorien, Antisemitismus, Homophobie"

Die Grüne Jugend nennt ihn einen "Hassmusiker". In einer Pressemitteilung schreiben die Jungpolitiker: Naidoos Texte seien "voll von Verschwörungstheorien, antisemitischen Äußerungen, aber auch Homophobie, expliziten Hassbotschaften und der Reichsbürger-Bewegung nahen Äußerungen".

Und in der Tat geriet Naidoo in der Vergangenheit immer wieder wegen seiner angeblichen Kontakte zu Reichsbürgern in die Kritik.

Die Grüne Jugend will laut eigenen Aussagen verhindern, dass das Rosenheimer Sommerfestival zu einem Ort der Diskriminierung und fehlender Toleranz wird. Naidoo soll ein Auftrittsverbot erhalten.

SPD möchte Naidoo ebenfalls nicht hören

Auch die SPD möchte Naidoo nicht in Rosenheim sehen und forderte im Stadtrat, den Sänger auszuladen. Das Bündnis "Kein Hass auf Rosenheims Bühnen" hat zudem in einem offenen Brief an Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabi Bauer und an den Rosenheimer Stadtrat appelliert.

Allerdings ist die Front gegen Naidoo alles andere als geschlossen. Der Vorstandssprecher der Grünen im Ortsverband Rosenheim, Martin Knobel, distanzierte sich in einem Interview mit dem Regionalportal "rosenheim24.de" aber deutlich von der Forderung der Grünen Jugend. "Wir Stadt-Grünen tragen den Vorstoß der Grünen Jugend nicht mit", macht Knobel klar.

Stadt will Konzert nicht absagen

Ob die Stadt Naidoo aus dem Programm entfernen wird, ist unwahrscheinlich. Der Festivalpass der Söhne Mannheims war innerhalb weniger Stunden ausverkauft.

"Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verbrieft und schützt die Freiheit der Meinungsäußerung und die Freiheit der Kunst“, erklärte die Stadt Rosenheim in einem Statement.

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