POLITIK
01/02/2017 01:34 CET | Aktualisiert 01/02/2017 05:47 CET

Razzien wegen Terrorverdachts in ganz Hessen

Beamte des SEK im Einsatz
Ralph Orlowski / Reuters
Beamte des SEK im Einsatz

  • In der Nacht führten Ermittler Razzien gegen eine mutmaßliche Terrorzelle in Hessen aus

  • Die 16 Beschuldigten sollen als Anwerber für den IS gedient haben

  • Es soll – noch unkonkrete – Anschlagspläne gegeben haben

  • Der 36-jährige Hauptverdächtige wurde wegen des Museums-Anschlag von Tunis 2015 gesucht

Die Polizei hat am frühen Mittwochmorgen mehrere Objekte in ganz Hessen wegen Terrorverdachts durchsucht. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Es soll sich um eine hochgefährliche Terror-Zelle handeln. Demnach hätten Ermittler der Landespolizei, SEK und Staatsanwälte mehr als 45 Objekte in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und anderen Orten durchsucht, schreibt die "Bild". Rund 1100 Polizeibeamte waren laut der "dpa" im Einsatz.

Dazu gehören Moscheen, Privatwohnungen und Firmenräume. Die Durchsuchungen richteten sich gegen 16 Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 46 Jahren. Hauptverdächtiger sei ein 36-jähriger Tunesier. Er soll als Anwerber und Schleuser für die Terrororganisation Islamischer Staat tätig gewesen sein.

Kein konkretes Anschlagsziel

Es habe kein konkretes Anschlagsziel gegeben, sagte ein Sprecher der Landespolizei.

Der Verdächtige soll wegen eines Anschlags auf das tunesische Bardo-Museum im Jahr 2015 gesucht worden sein. Bei dem Attentat kamen 21 Menschen ums Leben.

Der hessische Innenminister Peter Beuth sagte, die Polizei habe frühzeitig eingegriffen. "Mit den Maßnahmen senden wir eine deutliche Botschaft an die radikalen Islamisten in Hessen: Wir haben die Szene fest im Blick", sagte der CDU-Politiker.

"Wir dulden in unserem Land keine verblendeten Fanatiker, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnen, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit Hassbotschaften verbreiten und zum Kampf gegen Andersgläubige aufrufen."

Für 10 Uhr hat die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main eine Pressekonferenz angekündigt.

Mit Material der dpa

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(jg)