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01/02/2017 09:38 CET | Aktualisiert 06/02/2017 06:04 CET

Grippe-Welle: Darum ist die absolute Influenza-Immunisierung so schwer

mother checking her sons temperature
anandaBGD via Getty Images
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  • Seit November sind 17.000 Menschen in Deutschland an Influenza erkrankt

  • Studie zeigt: Kinder können auch zweimal in einer Saison an der Grippe erkranken

  • Der Grund: Es kursieren verschiedene Viren-Typen

Hohes Fieber und Schnupfen: 17.000 Grippe-Fälle wurden bereits seit Beginn der Influenza-Saison dem Robert-Koch-Institut gemeldet, 49 Menschen sind bis Mitte Januar an der Erkrankung gestorben.

Wer es überstanden hat, setzt darauf, in den kommenden Wochen von der Influenza verschont zu bleiben. Immunisierung sei Dank.

Doch die Wahrheit ist eben auch im Falle der Grippe nicht so einfach: Denn es kursieren im Winter verschiedene Typen des Influenza-Virus.

Studie: Kinder haben zwei Mal in einer Saison die Grippe

Hat ein Patient also die Influenza-A-Viren überstanden und gegen diesen Subtyp eine Immunisierung aufgebaut, kann er sich theoretisch später mit dem Influenza-B-Typ anstecken - und wieder krank im Bett liegen.

Mediziner der österreichischen Universität in Innsbruck haben dies bei Kindern festgestellt. Zwischen den Erkrankungen lagen der Studie aus dem Jahr 2014/15 zufolge im Schnitt 50 Tage. Bei manchen Betroffenen aber auch deutlich weniger, wie die Forscher in dem Forschungsmagazin "The Journal of Infectious Diseases" darlegen.

Diese vielfältigen Influenza-Typen sind übrigens auch der Grund, weshalb selbst eine Impfung nicht pauschal gegen Grippe schützen kann. Mit ihr baut der Patient nämlich nur eine Immunisierung gegen bestimmte Virus-Typen auf.

In dieser Saison sind das die Varianten der Influenza A-Stämme H1N1 und H3N2 sowie von Influenza-B-Stämmen, die in den Grippeimpfstoffe der Informationsseite "Kinderärzte im Netz" enthalten sind.

Mehr zum Thema: Grippefälle nehmen zu: So unterscheidet ihr zwischen Influenza und Erkältung

Wer sich impfen lassen sollte

Trotzdem wird eine Impfung empfohlen - besonders Schwangere und Kranke gelten als gefährdet. Auch Menschen ab 60 Jahren sollten sich impfen lassen, rät das Robert-Koch-Institut. Schließlich waren 46 der 49 Grippe-Toten über 59 Jahre alt.

Wer sich mit einer Impfung gegen Influenza-Viren schützen will, sollte am besten schon im Herbst zum Arzt gehen und die Impfung jedes Jahr wiederholen. Denn zum einen hält der Schutz nur bis zu zwölf Monate. Zum anderen verändern sich die Erreger jedes Jahr und der Impfstoff wird daher immer an die gerade weit verbreiteten Virusvarianten angepasst.

Doch auch jetzt, zum Höhepunkt der Virus-Welle, ist es nicht zu spät. Wie der TÜV Rheinland schreibt, kann eine Grippeschutzimpfung noch helfen. "Mindestens acht Tage braucht der Impfstoff, bis er seine volle Kraft im Körper entfaltet. Nach rund zwei Wochen ist der Schutz ganz da", sagt Wiete Schramm, Ärztin beim TÜV Rheinland.

In jedem Fall ist Hygiene wichtig. "Ungewaschene Hände übertragen Millionen Keime. Händewaschen reduziert das Risiko für Infektionskrankheiten erheblich", sagt die Medizinerin.

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(ks)