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31/01/2017 12:40 CET

Diese 11 Menschen machen Hoffnung, dass die USA trotz Donald Trump ein Ort der Freiheit bleiben

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"Wir werden einander lieben und beschützen" - friedlicher Protest gegen Donald Trump

Donald Trump ist eine Gefahr für die US-Demokratie.

Seine Dekrete, wie der Einreisestopp für Flüchtlinge und Bürger aus sieben mehrheitlich muslimischen Ländern, sorgen für massive Proteste und ein empörtes Medienecho in den USA.

Diese Reaktionen sind Ausdruck einer lebendigen und solidarischen Opposition wie Zivilgesellschaft, die sich dem neuen US-Präsidenten in den Weg stellen will.

Wir stellen elf Menschen vor, die Hoffnung machen, dass die USA trotz Trump ein Ort der Freiheit bleiben.

Munira Ahmed, das Gesicht des Widerstands

Sie ist das Gesicht des größten Protestes der Geschichte der USA, dem "Womens March": Munira Ahmed.

Ihr Bild ist jetzt schon ikonisch. Sie trägt auf ihm eine US-amerikanische Flagge als Kopftuch. Der Künstler Shepard Fairey, der schon das berühmte "Hope"-Plakat von Barack Obama entworfen hat, verwandelte Ahmeds Foto in ein Symbol muslimischen und feministischen Widerstand.

Über Ihre Rolle beim "Womens March" sagte Ahmed: "Es hat mir das Gefühl gegeben, Teil von etwas zu sein, dass offensichtlich sehr viel größer ist als ich, aber mich auch einschließt."

Ann M. Donnelly, die Richterin, die sich mit Trump anlegte

Ann M. Donnelly hat Donald Trump mit drei Seiten Text in die Schranken gewiesen. Die Richterin des Bezirksgericht des Eastern District of New York blockierte dessen jüngst verhängtes Einreiseverbot für zu Teilen.

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU hatte gegen Trumps Exekutivorder geklagt. Diese erlaubt Flüchtlingen und Bürgern sieben muslimisch geprägter Länder keine Einreise in die USA.

Die Richterin Donelly entschied, dass die Betroffenen innerhalb des Landes nicht in ihre Heimat zurückgeschickt werden dürfen. Voraussetzung: Ein Visum, eine Greencard, ein Schutzstatus nach dem US-Flüchtlingsprogramm oder Ähnliches.

Martin J. Walsh, der Bürgermeister, der Migranten beschützen will

Sie gewähren legalen und illegalen Migranten einen sicheren Lebensort: Die sogenannten "Städte der Zuflucht" in den USA. Donald Trump will sie für ihre Unterstützung von Zuwanderern bestrafen.

Der Aufschrei quer durchs Land ist groß. Selbst unter etablierten Politikern: Der Bürgermeister der Stadt Boston, Martin J. Walsh, hat am Samstag auf Trumps heftigen Kurs in der Einwanderungspolitik mit einem CNN-Beitragreagiert.

"Wir heißen diejenigen, die vor Verfolgung fliehen oder schlichtweg ein besseres Leben suchen willkommen und schätzen sie."

schreibt Walsh und geht sogar noch weiter. "Ich werde alles rechtlich in meiner Macht stehende tun, um unsere eingewanderten Nachbarn zu beschützen - ob sie nun dokumentiert sind, oder nicht."

Kal Penn, der Schauspieler, der Rassismus in etwas Positives umkehrte

Auf Twitter schrieb ihm ein User: "Du gehörst nicht in dieses Land, du Witzfigur!" Der farbige Schauspieler Kal Penn reagierte souverän.

"An den Typen, der meint, ich gehöre nicht nach Amerika", schrieb Penn, "ich habe eine Spendenseite für syrische Geflüchtete in deinem Namen eingerichtet."

Die Reaktion auf Penns Spendenaufruf war überwältigen: Innerhalb von zwei Tagen hatte er 500.000 Dollar für den guten Zweck gesammelt.

Sally Yates, die Justizministerin, die Gnade vor Trump ergehen ließ

Kein anderes Regierungsmitglied hat sich Donald Trump so heftig widersetzt wie die kommissarische Justizministerin Sally Yates.

Ziel des Ministeriums sei es, "stets Gerechtigkeit anzustreben und für das Richtige einzustehen" schrieb sie - und wies ihre Anwälte an, Trumps Exekutivorder, Geflüchtete und Muslime aus sieben Ländern nicht mehr ins Land zu lassen, nicht zu verteidigen.

Für Trump und das weiße Haus ein unverschämter Verrat. Yates wurde am Dienstagmorgen gefeuert.

Howard Schultz, der Starbucks-Konzernchef, der 10.000 Geflüchtete einstellen will

Ein besonders starkes Zeichen gegen Trump setzt die Kaffeehaus-Kette Starbucks.

Konzernchef Howard Schultz, will im Laufe der nächsten fünf Jahre 10.000 Geflüchtete einstellen lassen.

Auch andere Firmenchefs positionieren sich gegen Trump. Google-Chef Sundar Pichai etwa versprach einen millionenschweren Krisenfonds für eine US-amerikanische Bürgerrechts-Organisation.

Bruce Springsteen, Vertreter einer Vielzahl von Anti-Trump-Prominenten

Vor allem Künstler haben Trump in den letzten Wochen scharf attackiert - darunter Bruce Springsteen. "Heute Nacht möchten wir unsere Stimme mit derjenigen der vielen US-Amerikaner vereinen, die gerade an Flughäfen im ganzen Land protestieren", sagte "The Boss" auf einem Konzert in Australien.

"Amerika ist eine Nation der Migranten", so Springsteen. Trumps Einreiseverbot sei "anti-demokratisch und fundamental unamerikanisch."

Auch andere Stars, wie Meryl Streep oder Robert de Niro setzen sich gegen Donald Trump ein.

John McCain, Trumps lautstärkster Kritiker aus Reihen der Republikaner

John McCain wurde als Kriegsgefangener der Vietcong jahrelang gefoltert. Für Donald Trump kein Grund, sich nicht über seinen Status als Kriegsheld lustig zu machen.

Als Trump äußerte, er sei "absolut überzeugt", dass Waterboarding funktioniere, reagierte McCain sofort.

"Der Präsident kann so viele Exekutivordern unterschreiben wie er will. Wir werden Folter in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht wieder einführen", schrieb der Senator.

Auch zu Trumps Einreisebann äußerte sich McCain: "Wir befürchten, diese Order wird Terroristen mehr bei ihrer Rekrutierung helfen, als dass sie unsere Sicherheit verbessert."

Bhairavi Desai, die Vorsitzende der Taxi-Gewerkschaft, die aus Solidarität einen Streik anfing

10.000 New Yorker Taxifahrer legten am Freitag spontan ihre Arbeit nieder. Der Grund: Trumps Order, Geflüchtete und Bürger aus sieben muslimisch geprägten Ländern nicht mehr in die USA zu lassen.

Bhairavi Desai ist die Vorsitzende der "New York Taxi Workers Alliance". "Es war ein Akt der Solidarität, es war ein Akt des Bewusstseins", sagte sie in der Sendung "Democracy Now".

Susan N. Herman, die Präsidentin der mächtigen Bürgerrechts-Organisation ACLU

Sie hat das erfolgreiche Urteil gegen Donald Trumps Einreisebann erwirkt: Die Bürgerrechts-Organisation,"American Civil Liberties Union" (ACLU)

Schon bevor Trump seinen Amtseid schwor, kündigte Susan N. Herman, die Präsidentin der "ACLU" an: "Falls Donald Trump all seine Politikvorhaben umsetzt, sehen wir ihn vor Gericht."

Geld genug für den juristischen Kampf gegen Trump hat die "ACLU" wohl sicher: Die Organisation gab gerade erst bekannt, dass sie am letzten Wochenende 24 Millionen Dollar Spenden eingenommen hat - sechs mal so viel, wie sonst in einem ganzen Jahr.

Bischoff Joe S. Vasquez, der statt Mauern Brücken bauen will

Donald Trump hat mit seinem konservativem Stil viele Religionsführer des Landes von sich überzeugen können - aber nicht alle.

Joe S. Vasquez, Vorsitzender des Bischoff-Komitees für Migration der katholischen Geistlichen in den USA ist ein ständiger Kritiker Trumps.

Dessen Plan einer Mauer entlang der Grenze zu Mexiko würde Migranten unnötigerweise Schaden zufügen, so Vasquez.

"Wir wollen Brücken zwischen den Menschen bauen, Brücken, die uns erlauben die Mauern der Ausgrenzung und Ausbeutung zwischen ihnen einzureißen", kündigte der Bischoff an.

Mit Material der dpa

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