POLITIK
31/01/2017 03:06 CET | Aktualisiert 31/01/2017 03:07 CET

Ein "roter Trump"? Lafontaine zeigt bei Plasberg überraschende Sympathien

Oskar Lafontaine bei "Hart aber fair"
WDR/Dirk Borm
Oskar Lafontaine bei "Hart aber fair"

Der Linken-Politiker Oskar Lafontaine zeigte gestern bei "Hart aber fair" überraschende Sympathien für Donald Trump.

Dessen Kritik am deutschen Exportüberschuss sei nämlich zutreffend, so Lafontaine. Die Deutschen würden in die USA Waren im Wert von 114 Milliarden Euro ausführen, während umgekehrt nur Produkte für 59 Milliarden aus den USA importiert würden. Der deutsche Überschuss beträgt als 55 Milliarden. Trump findet das unfair - und Lafontaine ist der gleichen Ansicht: "Wir sind von den großen Nationen der größte Sünder."

"Freihandel ist eines der größten Lügenwörter überhaupt"

Wenn der eine mehr verkaufe als der andere, würde dies zu "Unfrieden und Spannungen" führen. Deutschland müsse daher tun, was die Chinesen längst vollzogen haben: die Löhne anheben.

"Ich bin ein Populist und sage, die deutschen Löhne haben einen Anspruch, dass die Löhne so stark steigen wie in anderen Industriestaaten", wetter Lafontaine.

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Der deutsche Exportüberschuss würde schlicht auf Lohndumping basieren. Auch sei "Freihandel eines der größten Lügenwörter überhaupt". Das Wort bedeute schlicht, dass "Wirtschaftlich stärkere Staaten den schwächeren ihren Willen aufzwingen".

Ein "roter Trump"?

"Da wird mir angst und bange, wenn Sie und Trump einer Meinung sind", bemerkte der Publizist Wolfram Weimer. "Nicht dass sie als roter Trump in Deutschland rauskommen".

"Twittern Sie?", fragte Moderator Frank Plasberg schon mal misstrauisch. Aber der verneinte - er sei da nicht so geschickt.

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