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31/01/2017 11:22 CET | Aktualisiert 21/07/2017 04:53 CEST

Integrativer Kindergarten – das müsst ihr über das Prinzip wissen

Ein inklusiver Kindergarten öffnet jedem Kind die Tür
DenKuvaiev via Getty Images
Ein inklusiver Kindergarten öffnet jedem Kind die Tür

  • Gemeinsame Betreuung von nicht-behinderten Kindern und Kindern mit geistigen, seelischen oder körperlichen Einschränkungen

  • Kleinere Gruppen, großzügigerer Personalschlüssel, speziell qualifizierte Integrationsfachkräfte

  • Lernziele: Toleranz, Hilfsbereitschaft, individuelles Selbstwertgefühl

Ein integrativer Kindergarten öffnet sich allen Mädchen und Jungen gleichermaßen. Hier toben, spielen und lernen Kinder mit normaler Entwicklung zusammen mit solchen, bei denen eine Behinderung festgestellt wurde.

Prinzipiell gibt es keine Einschränkung nach dem Grad oder der Art der Behinderung. Das speziell geschulte Fachpersonal legt aber Wert auf eine ausgewogene Gruppenstruktur und bespricht diese mit interessierten Eltern.

Förderung nach individuellen Stärken und Schwächen

Integrative Kindergärten arbeiten heute nach dem Prinzip der Inklusion, wie es die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen von 2009 versteht. Es gibt keine Einteilung nach Behinderung und Nicht-Behinderung, sondern man akzeptiert und fördert jedes Kind nach seinen individuellen Stärken und Schwächen.

Für die Kinder mit Behinderungen bedeutet dies, dass sie nicht isoliert in sonderpädagogischen Einrichtungen aufwachsen müssen. Alle Kinder erfahren frühzeitig, dass Verschiedenheit normal ist.

Sie üben Rücksichtnahme und Hilfsbereitschaft und wachsen in einem Klima der Toleranz auf, betont das Informationsportal "Kindererziehung.com".

Passend zum Thema: Kindergarten-Konzepte: eine Übersicht über die Ansätze

Wegen der verschiedenen Voraussetzungen der Kinder im integrativen Kindergarten fördert man jedes Kind individuell und ganzheitlich. Integrative Kindergärten arbeiten mit Methoden, die alle Sinne anregen und zu praktischer Eigenaktivität anregen. Einen besonderen Zugang bietet in diesem Zusammenhang die Montessori-Pädagogik, die man in vielen Fällen in integrativen Kindergärten anwendet.

Kleine Gruppen sorgen für eine bessere Atmosphäre

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Um allen Kindern gerecht zu werden, arbeiten in integrativen Kindergärten Erzieherinnen und Erzieher mit sonder- und heilpädagogischen Zusatzqualifikationen. Die Kinderzahl pro Gruppe ist deutlich geringer als in herkömmlichen Kitas. Auf diese Weise gewährleistet man, dass die "normalen" Kinder ebenfalls nicht zu kurz kommen.

Zahlreiche Eltern nicht-behinderter Kinder sind aber skeptisch und befürchten Nachteile für ihren Nachwuchs im integrativen Kindergarten. Diese Eltern haben die Möglichkeit, sich bei den Trägern der Einrichtungen über das vorhandene Fachpersonal und die pädagogischen Konzepte zu informieren. Integrative Kindergärten suchen vor allem die enge Zusammenarbeit mit den Eltern behinderter Kinder bei der Anamnese und Diagnostik und bei den Förderplänen.

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(cho)