NACHRICHTEN
31/01/2017 10:42 CET

Entwürdigender Sicherheitscheck am Frankfurter Flughafen - Frau muss beweisen, dass sie stillt

Entwürdigender Sicherheitscheck am Frankfurter Flughafen - Frau muss beweisen, dass sie stillt
baona via Getty Images
Entwürdigender Sicherheitscheck am Frankfurter Flughafen - Frau muss beweisen, dass sie stillt

  • Zu einer entwürdigenden Untersuchung soll eine 33-Jährige am Frankfurter Flughafen gezwungen worden sein

  • Bei einer Sicherheitsüberprüfung sollte die Frau durch Pressen ihrer Brüste nachweisen, dass sie tatsächlich stillt

Am Frankfurter Flughafen kam es laut einem Bericht der BBC zu einem entwürdigenden Vorfall.

Gayathiri Bose aus Singapur soll vom Sicherheitsdienst aufgefordert worden sein, ihre Brüste zu pressen, um zu beweisen, dass sie stillt. Die 33-Jährige habe daraufhin Beschwerde bei der deutschen Polizei eingereicht.

Bose sagte dem britischen Fernsehsender BBC, sie habe die Behandlung als "erniedrigend" und "sehr traumatisierend" empfunden. Die Frankfurter Flughafenpolizei sei auf die Frau aufmerksam geworden, da sie eine Muttermilchpumpe mit sich führte ohne ihr Baby dabeizuhaben.

Bose sei allein auf dem Weg nach Paris gewesen, als sie aufgehalten wurde. Die Managerin in einer Transportfirma hat laut BBC ein dreijähriges und ein sieben Monate altes Kind.

Die Beamten seien beim Röntgen ihres Handgepäcks auf die Pumpe aufmerksam geworden. Daraufhin hätten sie Bose in einem skeptischen Ton befragt: "Stillen Sie? Wo ist dann ihr Baby? Ihr Baby ist in Singapur?"

"Ein Polizist würde solche Maßnahmen nicht ergreifen"

Doch die Beamten hätten Bose nicht geglaubt. Sie sei daraufhin von einer Polizistin in einem anderen Raum weiter befragt worden. Dort sei sie aufgefordert worden zu beweisen, dass sie tatsächlich stillt. Letztendlich habe sich die Singapurerin den Anweisungen gefügt und ihre Brüste etwas mit der Hand gepresst.

Ein Sprecher der Bundespolizeidirektion des Flughafens Frankfurt am Main wollte den Bericht der BBC nicht direkt bestätigen.

Er sagte jedoch der Huffington Post: "Besteht ein Sprengstoffverdacht, müssen verdächtigte Gepäckstücke und Personen untersucht werden. Methoden, wie sie in dem BBC-Artikel beschrieben sind - also, ein Pressen der Brust - gehören eindeutig nicht zu den erforderlichen Maßnahmen. Ein Polizist würde solche Maßnahmen nicht ergreifen."

"Ich habe einfach angefangen zu weinen"

Dem Berich der BBC nach habe die Verhörprozedur von Gayathiri Bose fast 45 Minuten gedauert. Erst als die 33-Jährige den Raum wieder verlassen habe, sei ihr klar geworden, was passiert sei. "Ich habe einfach angefangen zu weinen, ich war zutiefst traurig", zitiert der Sender Bose.

Kurz vor Abflug habe sie noch nach dem Namen der Sicherheitsmitarbeiterin gefragt, um klarzustellen, dass sie mit der Behandlung nicht einverstanden sei. "Die Beamtin sagte einfach, 'Okay, es ist nun vorbei, gehen Sie bitte.' Sie war total gleichgültig", so Bose laut der BBC.

Letztlich habe sie ihre Weiterreise antreten dürfen - nicht jedoch, ohne sich noch über mögliche rechtliche Schritte zu informieren. Der Vorfall soll bereits am letzten Donnerstag passiert sein, wurde aber erst diesen Dienstag öffentlich.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

(jg)