LIFE
31/01/2017 06:31 CET | Aktualisiert 08/02/2017 12:49 CET

Dieses Paar konnte sich die Miete nicht mehr leisten - also baute es einen alten Schulbus in ein geniales Zuhause um

In einem alten Bus zu leben anstatt in einer Wohnung mit Zentralheizung: Für viele Menschen ist das eine abenteuerliche Vorstellung. Nicht aber für Julie und Andrew Puckett. Das Künstler-Ehepaar musste die gemeinsame Wohnung wegen einer Mietpreiserhöhung räumen. In einem umgebauten Schulbus fanden sie ihr neues Zuhause.

"Schulden für einen Hausbau oder eine teure Eigentumswohnung zu machen, kam für uns einfach nicht in Frage“, erzählt Julie Puckett in einem Interview mit "AJC.com". "Es hat uns nie interessiert in etwas zu investieren, von dem wir ohnehin nicht überzeugt sind", sagt sie.

Als die Miete ihrer Wohnung in Atlanta um 25 Prozent erhöht wurde, sahen sich die Pucketts dazu gezwungen, sich nach einer Alternative umzusehen.

Doch eine herkömmlichen Wohnung oder ein Haus stand für die beiden nicht mehr zur Debatte. Sie wollten etwas Unkonventionelles und ihre bisherige Wohnsituation ad acta legen.

Julie stieß bei ihrer Suche zunächst auf das Tiny House Movement Atlanta. Hierbei handelt es sich um eine Organisation, die Menschen dazu inspiriert und dabei unterstützt, in kleinen, mobilen Häusern zu leben.

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Ewiger Road-Trip: Julie und Andrew Puckett bauten fast 5 Monate an ihrem rollenden Zuhause. Credit: Puckett / Facebook

Die meist 40-60 Quadratmeter kleinen Häuschen auf Rädern ähneln Wohnwägen, sind jedoch vom Erscheinungsbild aufgebaut wie tatsächliche Häuser aus Holz. Den Betreibern von Tiny Houses geht es darum, die Gesellschaft für neue Wohnkonzepte zu sensibilisieren und zu begeistern. Das Paar war sofort überzeugt.

Für Menschen wie die Pucketts, die wenig Platz benötigen und die mobile Flexibilität zu schätzen wissen, war das Konzept ideal.

Doch die Preise für die Anfertigung eines solchen "Tiny Homes" liegen im fünfstelligen Bereich. Viel zu viel Geld, für das nur begrenzte Budget der Pucketts.

Aus der Wohnung in den Bus

Die Idee einen Bus zum Wohnmobil umzufunktionieren, ist nicht neu, dafür aber altbewährt. Als Julie durch Zufall in einem Inserat las, dass ein ehemaliger Schulbus in Tennessee zum Verkauf stand, zögerte sie nicht lange.

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Der Innenausbau dauerte fast fünf Wochen. Credit: Puckett / Facebook

"Wir kratzten für den Kauf wirklich unser letztes Geld zusammen“, so Julie. "Der Bus war in einem ziemlich desolaten Zustand, aber die Basis für einen Ausbau war gut.“

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Immer mit dabei: Der kleine Hund "Starbuck". Credit: The House Bus / Facebook

Gleich nach dem Kauf machten sich die beiden an den Innenausbau ihres neuen Zuhauses. Nach über vier Monaten intensiver Arbeit, einer Investition von weiteren 1000 Dollar und massiver Hilfe von Freunden und Familie, konnten die Pucketts endlich in die neue Wohnung einziehen.

Weniger Besitz, mehr Lebensqualität

Der Bus verfügt über eine Toilette, eine Duschkabine mit einem kleinen Boiler, eine kleine Küche, einen Fernseher mit Satellitenempfang, eine Standheizung für kältere Tage - und sogar eine gemütliche Couch-Ecke zum Entspannen. Auf dem Dach montierte Solarzellen, sorgen für eine nachhaltige Stromversorgung.

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Hell, geräumig und mobil: Die Küche ist gleich hinter dem Beifahrersitz. / Credit: Puckett / The House Bus

Die neue und günstige Wohnsituation hat inzwischen dafür gesorgt, dass Andrew Puckett seinen Vollzeit-Job an den Nagel hängen konnte und nur noch Teilzeit arbeitet. Durch die neugewonnene Freizeit kann er sich nun neuen Projekten wie dem seiner Folk-Rock Band widmen.

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Credit: Puckett / Facebook

Das Leben im Bus ist für das Paar wie ein niemals endender Road-Trip. Immer mit dabei: Ihr kleiner Hund Starbuck, der die neue Freiheit mit Sicherheit genauso liebt wie Herrchen und Frauchen.

Das alltägliche Leben im Haus-Bus

Auf ihrem Blog, auf Facebook und auf ihrem Instagram-Account dokumentieren sie ihren Alltag im "Haus-Bus“. Auch auf Facebook haben die sie inzwischen eine treue Anhängerschaft. Ihr unkonventionelles Lebenskonzept hat tausende von Fans auf der ganzen Welt und ist für viele eine Inspiration -und ein starkes Zeichen gegen eine absurde Wohnungspreispolitik.

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Credit: Puckett / Facebook

Julie Puckett geht es aber auch um den bewussten Verzicht. "Wir möchten den Leuten da draußen zeigen, dass es auch sehr befreiend sein kann, mit ein bisschen weniger auszukommen.“ sagt sie.

Lerne mehr über Nachhaltigkeit auf Electrify the World - a Nissan Mobility Initiative.

Kältehilfe für Obdachlose

In den Wintermonaten ist die Situation derer, die ganz ohne Unterkunft sind, besonders schwierig. Obwohl inzwischen einige Städte zur kalten Jahreszeit die Zahl der Notunterkünfte erhöhen, gibt es immer wieder Kältetote. Viele andere Wohnungslose benötigen intensive ärztliche Behandlung.

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(lp)