LIFE
31/01/2017 06:30 CET | Aktualisiert 31/01/2017 14:00 CET

Diese Frau setzt mit ihrem Körper ein Zeichen gegen sexuelle Gewalt - und spricht Tausenden aus der Seele

Viele Frauen identifizieren sich mit dem Kunstwerk der 19-Jährigen.
Emma Krenzer
Viele Frauen identifizieren sich mit dem Kunstwerk der 19-Jährigen.

Nachdem sie am Women´s March in Washington teilgenommen hatte, entschloss sich die 19-Jährige Emma Krenzer dazu, ebenfalls ein Zeichen für die Rechte der Frauen zu setzen.

Aus der Demonstration schöpfte die junge Frau Kraft, um die sexuelle Gewalt, die ihr selbst widerfahren ist, auf künstlerische Weise zu thematisieren.

I never dreamed I'd grow up to be a nasty woman

Ein von Emma Krenzer (@emmakrez.jpg) gepostetes Foto am

In der Nacht nach dem für Emma prägenden Women´s March, ließ sich die Studentin der Nebraska Wesleyan University von einer Freundin fotografieren. Nackt.

Das Foto wurde auf eine eine große Leinwand gezogen und danach von Emma bemalt. Mit verschiedenen Farben malte sie auf das Foto eine "Karte der Berührungen“.

Die unterschiedlichen Farben symbolisieren die verschiedenen Berührungspunkte der Menschen aus ihrer Umgebung. Darauf zu sehen sind Emmas Mutter, ihr Vater, ihre Geschwister, ihre Freunde, aber auch ihre "Lovers“. Jede Farbe steht stellvertretend für eine dieser Personengruppen.

Karte der Berührungen: "Someone I told no!"

Im grellen Rot zu sehen, sind die Berührungen von einer weiteren Person: Die Farbe steht für "Someone I told no“ - also eine Person, die Emma nicht berühren durfte. Die Spuren finden sich an ihrem Hals, ihrem Arm und über ihrem Intimbereich.

Emma postete das Foto auf ihrem Twitter-Account. Binnen kurzer Zeit ging es viral. Denn viele Frauen können sich mit Emma´s "Berührungskarte“ identifizieren, auch wenn sie selbst nicht Opfer sexueller Gewalt geworden sind.

So schreibt eine der Kommentierenden auf Twitter: "Danke für deine tolle Arbeit. Du sprichst mir aus der Seele. Ich kann nicht aufhören zu weinen.“

Doch es gibt auch Kritik

Emma´s Tweet wurde bereits 134 Mal geteilt. Doch die polarisierende Aktion sorgte auch für Kritik. So echauffierten sich bereits mehrere (männliche) Nutzer, dass auf dem Kunstwerk nur eine Frau und kein Mann zu sehen sei.

Ihre Argumentation: Auch Männer wären schließlich sexueller Gewalt ausgesetzt. Ebenfalls wird ihr von manchen Seiten auch "einfallslose Effekthascherei“ vorgeworfen.

Die teilweise diffamierenden Kommentare sind der traurige Beweis dafür, dass das Thema immer noch die Gemüter erhitzt.

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Sexualdelikte in Europa: Jede dritte Frau ist betroffen

Jede dritte Frau in Europa hat als Erwachsene körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Das ist das Ergebnis einer EU-Studie aus dem Jahr 2014, bei der 42 000 Frauen befragt wurden. Deutschland lag hier im Mittelfeld: Laut der Studie haben 35 Prozent seit ihrem 15. Lebensjahr mindestens einmal sexuelle oder körperliche Gewalt erlebt, sind also geschlagen, getreten, geohrfeigt, begrapscht, genötigt oder zum Sex gezwungen worden. Eine von zwanzig Frauen wird demnach vergewaltigt. Tendenz steigend.

emma

Credit: Emma Krenzer

"Das Feedback ist überwältigend!"

In einem Interview für Buzzfeed kommentierte die junge Künstlerin ihr Projekt: "Ich habe dieses Projekt hauptsächlich für mich gemacht, um die bleibende Auswirkung zu visualisieren, die eine Berührung auf eine Person haben kann“, so Emma. Das bisherige Feedback sei einfach "überwältigend“.

Emma ist stolz auf das, was sie geschaffen hat. Ihr Ziel ist es, noch viel mehr Frauen dazu zu motivieren, offen das anzuprangern, was ihnen selbst widerfahren ist und das, was täglich Hunderttausenden von Frauen widerfährt.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

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(ks)