31/01/2017 07:34 CET | Aktualisiert 11/12/2017 10:00 CET

7 Mythen über Osteopathie und was wirklich dahinter steckt

AJ_Watt/iStock

Bewegungseinschränkungen aufspüren, sie sanft behandeln und ganzheitlich heilen - für den einen ist Osteopathie ein großes Geschenk, für den anderen nur großer Humbug. Gemeinsam mit der KNAPPSCHAFT räumen wir mit sieben Vorurteilen über die Heilkunde auf und erklären, was wirklich dahintersteckt.

1. „Die legen doch nur Hände auf“

Die Behandlung eines Osteopathen besteht aus Anamnese, Inspektion, Bewegungsuntersuchung und ursachenbezogener Therapie aufgrund des Befundes. Eine Therapie beinhaltet zum Beispiel Mobilisation eingeschränkter Gelenke, Normalisation der Spannung der Muskulatur durch spezielle Dehnungen, Verbesserung des lokalen und allgemeinen Stoffwechsels der Gewebe und vieles mehr. Es handelt sich also nicht um reines Händeauflegen, sondern um eine ganzheitliche Behandlung des Körpers.

2. „Osteopathen renken nur ein“

Die Mobilisation der Gelenke, wie auch der Wirbelsäule gehört definitiv zur Osteopathie und in einigen Fällen ist es auch nötig, einen Wirbel oder ein Gelenk einzurenken. Die Therapie geht allerdings weit darüber hinaus, denn für den Osteopathen ist es vor allem wichtig die Ursache der Blockade zu beseitigen und den Körper so zu beeinflussen, dass diese nicht mehr auftritt.

3. „Das ist doch nur Humbug ohne jede Evidenz“

Osteopathie ist kein esoterischer Hokuspokus, wie einige vielleicht denken. Eine seriöse Ausbildung dauert in der Regel fünf Jahre und vermittelt genaue Kenntnisse der menschlichen Anatomie, Physiologie und Biochemie. Mit seinen Händen kann der Osteopath kleinste Spannungen aufspüren und mithilfe manueller Techniken die Blockaden lösen. Zusätzlich werden die Selbstheilungskräfte des Körpers mobilisiert.

4. „Das kann man alles an einem Wochenende lernen“

Da ein Osteopath den ganzen Körper bis ins kleinste Detail kennen, zu jedem Teilbereich verschiedene Techniken beherrschen und die Beziehungen zwischen den Teilbereichen des Körpers verstehen muss, dauert eine fundierte Ausbildung dementsprechend lang und kann nicht an einem Wochenende erlernt werden. Es gibt verschiedene Schulen und Universitäten, die Osteopathie als Vollzeitstudium oder auch berufsbegleitend anbieten und wie bei Punkt drei schon erwähnt, dauert eine fundierte und seriöse Ausbildung in der Regel fünf Jahre.

5. „Ein Osteopath kann alles heilen“

Auch wenn die Osteopathie den Körper als Ganzes untersucht, so ist es kein Allheilmittel und ein guter Osteopath weiß auch, wo seine Grenzen liegen. Und zwar genau da, wo die Selbstheilungskräfte des Körpers nicht ausreichen. Seelische und psychische Erkrankungen, sowie Brüche, Wunden, akute Infektionen und Krebs gehören zum Beispiel nicht zum Behandlungsgebiet eines Osteopathen.

6. „Das ist nur ein kurzfristiger Trend“

Genauso, wie in der Mode, bei Frisuren oder Inneneinrichtung gibt es auch in der Medizin Trends, die eine Zeit lang gut laufen und dann durch nachlassenden Erfolg unter den Tisch fallen. Die Osteopathie ist ein über Jahre entwickeltes Verfahren, welches sich erst Ende der 80er Jahre so wirklich in Deutschland durchsetzte und sich jetzt - aufgrund der positiven Behandlungserfolge - großer Beliebtheit erfreut.

7. „Jedes Kind muss sofort nach der Geburt zum Osteopathen“

Die ersten sechs Wochen nach der Geburt sollte kein Baby zum Osteopathen, da muss es erstmal in der Welt ankommen. Auch danach muss nicht jedes Kind zwingend in Behandlung. Allerdings ist es ratsam, um Blockaden oder Verformungen, die während der Geburt entstanden sind, frühzeitig zu lösen und daraus hervorgehende Spätfolgen vorzubeugen. Außerdem können eventuelle Schlaf- und Verdauungsstörungen behoben werden, sodass Babys endlich zur Ruhe kommen.

8. „Das kann sich doch keiner leisten“

Die KNAPPSCHAFT erstattet die Kosten für eine Behandlung beim Osteopathen anteilig als Zusatzleistung. Hierfür muss der Arzt einfach eine Verordnung ausstellen, in der er eine osteopathische Behandlung empfiehlt. Alle Informationen darüber, was übernommen wird und wo man den richtigen Osteopathen findet, sind im Leistungsbereich auf der Website der KNAPPSCHAFT nachzulesen.