POLITIK
31/01/2017 00:43 CET | Aktualisiert 31/01/2017 07:29 CET

Einem 5-Jährigen sollen Handschellen angelegt worden sein - die Reaktion von Trumps Sprecher ist unglaublich

Erst nach vier Stunden konnte dieser Junge iranische Abstammung seine Mutter sehen
CNN
Erst nach vier Stunden konnte dieser Junge iranische Abstammung seine Mutter sehen

Das von US-Präsident Donald Trump verfügte Einreiseverbot für Menschen aus sieben islamischen Ländern schlägt weiter hohe Wellen.

Empörung löste ein Bericht über einen fünfjährigen Jungen US-amerikanischer Staatsbürgerschaft aus, der offenbar für Stunden von seinen Eltern getrennt und festgehalten wurde. In mehreren Medien wurde berichtet, dass dem Jungen sogar Handschellen angelegt worden waren.

Über den Fall berichtete der demokratische Senator Chris van Hollen auf Facebook. Der Junge sei erst nach vier Stunden freigelassen worden. Er sei am Samstag am Dulles Airport in Washington festgehalten worden, schrieb van Hollen.

Der Grund war offenbar, dass seine Mutter aus dem Iran stammt. "Es ist unerhört, dass der Junge so lange festgehalten wurde. Er wurde festgenommen, obwohl die Beamten zuvor Kenntnis von seiner Ankunft hatten", schrieb van Hollen auf Fecebook.

Später griff CNN das Thema auf. Die Reaktion des Weißen Hauses trug nicht zur Beruhigung bei. Als Trumps Pressesprecher Sean Spicer gestern auf den Fall angesprochen wurde, sagte er, es sei "fehlgeleitet und falsch, nur aufgrund des Alters oder des Geschlechts oder was auch immer anzunehmen, dass jemand keine Bedrohung sei."

Unklar ist, ob dem Jungen wirklich Handschellen angelegt wurden. In einem Text der New York Times berichten allerdings Augenzeugen, dass am Dulles Airport einreisenden Muslimen aus den betroffenen sieben Ländern tatsächlich die Hände auf dem Rücken gefesselt wurden.

Auf Twitter verbreitete sich zudem ein Bild, das angeblich eine syrische Familie zeigt, der an einem US-Flughafen Handschellen angelegt wurden. Darunter ist auch ein etwa fünf Jahre altes Mädchen. Ob das Bild authentisch ist, lässt sich allerdings nicht belegen.

Trump hatte zuvor verfügt, dass Staatsbürger aus den sieben mehrheitlich muslimischen Ländern Irak, Syrien, Iran, Sudan, Libyen, Somalia und Jemen drei Monate lang nicht in die USA einreisen dürfen.

Als Grund nannte er, dass in diesen Staaten eine besonders hohe Terrorgefahr bestehe. Die zuständigen Ministerien und Geheimdienste sollen in der Zwischenzeit überprüfen, ob sie von den betroffenen Ländern ausreichend Informationen über deren Bürger erhalten, die in die USA reisen wollen.

Auch auf HuffPost:

Dieser Artikel war bei Amazon meistverkauft – wegen Donald Trump

(lp)