POLITIK
30/01/2017 14:35 CET | Aktualisiert 30/01/2017 15:56 CET

HuffPost-Umfrage: Jeder Dritte Unions-Anhänger sieht Schulz als guten Kanzler

Martin Schulz, the Social Democrat Party (SDP) candidate for German Chancellor, pauses while speaking during a news conference at the SPD headquarters in Berlin, Germany, on Monday, Jan. 30, 2017. Schulz, 61, who last month stepped down as president of the European Parliament to join the German political fray, was hoisted to the Social Democratic candidacy after party leader Sigmar Gabriel surprised rank-and-file members by stepping aside. Photographer: Krisztian Bocsi/Bloomberg via Getty Images
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Martin Schulz, the Social Democrat Party (SDP) candidate for German Chancellor, pauses while speaking during a news conference at the SPD headquarters in Berlin, Germany, on Monday, Jan. 30, 2017. Schulz, 61, who last month stepped down as president of the European Parliament to join the German political fray, was hoisted to the Social Democratic candidacy after party leader Sigmar Gabriel surprised rank-and-file members by stepping aside. Photographer: Krisztian Bocsi/Bloomberg via Getty Images

  • Die Sozialdemokraten schöpfen durch Schulz' Kandidatur neuen Mut

  • Mehr als jeder Zweite erwartet, dass Schulz ein besseres Ergebnis als Peer Steinbrück einfährt

  • Der SPD-Kanzlerkandidat ist nicht nur in den eigenen Reihen beliebt

Wenn die Kanzlerkandidatur von Martin Schulz schon eines erreicht hat, dann ist es Aufbruchstimmung bei den Sozialdemokraten. Sogar der Einzug ins Kanzleramt scheint möglich - das hätte sich vor wenigen Wochen niemand auch nur ausmalen können.

Dieser Optimismus geht durch weite Teile der SPD. Weit mehr als die Hälfte (60 Prozent) der SPD-Anhänger erwarten von Schulz, ein besseres Ergebnis für die Partei einzufahren als Peer Steinbrück vor vier Jahren. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Huffington Post hervor.

"Schulz schlagen die Sympathien entgegen"

Steinbrück holte 2013 25,7 Prozent. Das war zwar eine leichte Verbesserung für die Genossen, dennoch eine große Enttäuschung. An ihr muss sich Schulz messen lassen. Dass er nur wenige Tage nach der Verkündung schon bei 26 Prozent liegt, dürfte eine Erleichterung im Willy-Brandt-Haus sein.

"Was sich bei Schulz gestriger Rede vor Anhängern schon zeigte: Die SPD-Anhänger selbst schöpfen durch die Kandidatur neuen Mut", sagt der YouGov-Chefanalyst Holger Geißler.

Wie groß die Euphorie ist, zeigt sich auch in anderen Zahlen. So sagen 69 Prozent der SPD-Anhänger, dass Schulz' Kandidatur gut für die Partei ist. Ähnlich viele sagen, dass er als Bundeskanzler gut bis sehr gut für Deutschland ist.

"Martin Schulz schlagen aktuell die Sympathien entgegen", sagt Chefanalyst Geißler. "Es ist erstaunlich, wie stark der Effekt sich zumindest kurzfristig auf die Zahlen für die SPD auswirkt."

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Überraschend dabei: Auch aus anderen Parteien erhält Schulz viel Zuspruch. "Das Wählerpotenzial für die SPD scheint sich durch Gabriels Verzicht deutlich zu vergrößern", sagt Geißler.

Schulz könnte Merkel gefährlich werden

Durchschnittlich sagt mehr als jeder dritte Deutsche (36 Prozent), dass ein Kanzler Schulz gut oder sogar sehr für Deutschland wäre. Ähnlich groß sind die Werte bei den Anhängern der Union (33 Prozent) und bei denen der Linken (40 Prozent). Bei denen der Grünen sind es sogar 59 Prozent.

Vor allem der Zuspruch in der Union ist kein gutes Zeichen für die Kanzlerin - Schulz könnte ihr gefährlicher werden, als ihr lieb ist.

"Nun liegt es an Schulz, diese Anfangseuphorie für sich und die SPD zu nutzen", sagt YouGov-Chefanalyst Geißler.

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(ks)