POLITIK
30/01/2017 02:29 CET | Aktualisiert 30/01/2017 03:41 CET

Ein Blick auf diese Karte zeigt den ganzen Zynismus hinter Trumps Einreise-Verbot

  • Eine von Bloomberg angefertigte Grafik zeigt, dass Donald Trumps Einreisestopp nicht für Länder gilt, in denen er Geschäfte macht

  • Darunter sind Länder wie Saudi Arabien, wo Trump gleich mehrere Firmen besitzt

  • Außerdem auffällig: 18 von 19 Attentätern des 11. Septembers stammen aus Ländern, für die Trumps Einreiseverbot nicht gilt

Eine Karte des Nahen Osten verbreitet sich zurzeit rasend auf Twitter. Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg angefertigte Grafik zeigt, dass US-Präsident Donald Trump von seinem Einreise-Bann eine Reihe von Ländern ausgeschlossen hat, mit denen er Geschäfte macht.

Trump hatte am Freitag ein Dekret erlassen, das Staatsbürgern aus den sieben mehrheitlich muslimischen Ländern Irak, Syrien, Iran, Sudan, Libyen, Somalia und Jemen für drei Monate die Einreise in die USA verwehrt. Der Präsident setzte zudem das gesamte Regierungsprogramm zur Aufnahme von Flüchtlingen für vier Monate aus.

Die sieben Länder, die von dem Einreise-Verbot betroffen sind, sind eher arm und in manchen Fällen von Bürgerkriegen zerstört - keine Orte, an denen sich von Trump Geld verdienen lässt.

Andere Länder sind von dem Einreiseverbot dagegen nicht betroffen - obwohl sie in der Vergangenheit Herkunftsländer von Terroristen waren, die in den USA Anschläge verübten.

Trumps Interessenskonflikt

Dazu gehört zum Beispiel Saudi-Arabien, in dem Trump nach Angaben der "New York Times" mehrere Firmen besitzt.

Auch in Ägypten soll er zwei Firmen registriert haben. In den Vereinigten Arabischen Emiraten hat Trump seinen Namen einem Golf-Resort und einem Luxus-Resort zur Verfügung gestellt. Manche dieser Einrichtungen seien geschlossen, andere immer noch in Betrieb, so Bloomberg.

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Auffällig ist, dass aus diesen Ländern 18 der 19 Terroristen stammen, die den Anschlag auf das World Trade Center am 11. September durchgeführt haben. Es ist also nicht ersichtlich, warum sie nicht ebenfalls mit einem Einreiseverbot belegt wurden. Die "New York Times" vermutet einen Interessenskonflikt: Trump wolle Geschäftspartner nicht verstimmen.

Die Verfügung stürzte Menschen in Verzweiflung und führte zu chaotischen Szenen auf internationalen Flughäfen. Ob Iraker, Jemeniten oder Sudanesen, vielfach wurden Muslime trotz gültiger Visa kurz vor ihrer Abreise oder bei Zwischenaufenthalten auf dem Weg in die USA gestoppt.

Mehrere strandeten nach ihrer Ankunft in den Vereinigten Staaten: Sie waren zum Zeitpunkt von Trumps Dekret am Freitagnachmittag (Ortszeit) schon auf dem Weg in die USA und wurden bei ihrer Ankunft in Gewahrsam genommen.

(jg)