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30/01/2017 15:51 CET

Laut Psychologen ist Trump ernsthaft krank - deshalb kann er die Wirklichkeit nicht sehen

Narzissten würden sich die Wirklichkeit zurecht biegen, sagt eine Psychologin
Bloomberg via Getty Images
Narzissten würden sich die Wirklichkeit zurecht biegen, sagt eine Psychologin

  • Mehrere Psychologen attestieren US-Präsident Donald Trump, ein krankhafter Narzisst zu sein

  • Narzissten würden sich die Wirklichkeit zurecht biegen, sagt eine Psychologin

Er prahlt gerne über seine Errungenschaften oder zieht heftig über seine Kritiker her: Die Persönlichkeit von US-Präsident Donald Trump lässt sich am schmeichelhaftesten als exzentrisch beschreiben.

Es gibt aber auch Stimmen, die in seinen Äußerungen nicht einfach eine charakterliche Schwäche sehen - sondern eine ernsthafte Persönlichkeitsstörung. Mehrere renommierte Psychologen warnen davor, dass der US-Präsident ein krankhafter Narzisst sei.

"Ungeeignet für das Präsidentenamt"

Der Psychotherapeut und frühere Lehrbeauftragter an der John Hopkins University, John D. Gartner, etwa sagte dem Nachrichtenmagazin "US News": "Donald Trump hat eine gefährliche psychische Erkrankung und ist aufgrund seines Temperaments nicht geeignet, das Präsidentenamt zu führen." Er bescheinigt ihm einen "böswilligen Narzissmus".

Tatsächlich ist er nicht der einzige, der Trump für einen Narzissten hält. Das britische Nachrichtenportal "The Independent" hat verschiedene Einschätzungen von Psychologen gesammelt – fast alle kommen zu dem selben Ergebnis: Donald Trump ist ein Narzisst.

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Nun sind Ferndiagnosen fragwürdig und wohl nicht immer zutreffend. Warum die Psychologen aber alle auf dieses Urteil verfallen, zeigt ein Blick auf eine Checkliste für krankhaften Narzissmus von der American Psychiatry Association.

Selbstherrlichkeit und Fantastereien

Sie umfasst neun Eigenschaften – und wie "The Independent" schreibt, müssten selbst Trump-Fans zugeben, dass auf den Präsidenten einige davon zutreffen würden.

Das sind die neun Punkte. Wer fünf davon erfüllt, hat nach der American Psychiatry Association eine narzisstische Persönlichkeitsstörung:

  • 1. Ist selbstherrlich (zum Beispiel: übertreibt seine oder ihre Errungenschaften und Talente, erwartet, als überlegen anerkannt zu sein ohne entsprechende Leistungen).

  • 2. Ist beherrscht von Fantasien über unbegrenzten Erfolg, Macht, Brillanz, Schönheit oder idealer Liebe.

  • 3. Glaubt, dass er oder sie "besonders" und einzigartig sei – und könnte nur von anderen besonderen oder hochangesehenen Menschen oder Institutionen verstanden werden.

  • 4. Benötigt exzessive Bewunderung.

  • 5. Hat eine besondere Anspruchshaltung; etwa unzumutbare Erwartungen an eine besonders vorteilhafte Behandlung oder automatische Erfüllung seiner oder ihrer Erwartungen.

  • 6. Ist zwischenmenschlich ausbeuterisch, nutzt etwa andere aus, um seine oder ihre Ziele zu erreichen.

  • 7. Mangel an Mitgefühl: ist nicht gewillt, die Gefühle und Bedürfnisse von anderen zu erkennen.

  • 8. Ist oft neidisch auf andere oder glaubt, dass andere neidisch auf ihn oder sie sind.

  • 9. Zeigt arrogantes, hochmütiges Verhalten.

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Nachdem die Medien festgestellt hatten, dass an Trumps Vereidung weniger Menschen als bei US-Präsident Barack Obama anwesend waren, ließ Trump seinen Pressesprecher Sean Spicer die Presse der Lüge bezichtigen. Das allein könnte die Punkte 1, 8 und 9 erfüllen.

Die Psychologin Julie Futrell sagte der Tageszeitung "New York Daily News", wegen seines Narzissmus könne Trump die Wirklichkeit nicht sehen. "Der Narzisst biegt sich die Wirklichkeit zurecht, um seine Fantasien über Macht, Wohlstand, Schönheit etc. zu erfüllen."

Der impulsive Präsident

Auch sie schränkt ihre Diagnose ein, immerhin habe sie Trump nie persönlich getroffen. Allerdings gibt es auch Berichte aus dem Weißen Haus, dass Trumps Dünnhäutigkeit für Kritik zunehmend ein Problem für seine Berater darstellen würde.

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Die "New York Times" berichtete vor einige Tagen, einige seiner Berater würden sich insgeheim Sorgen über Trumps Hang machen, unnötige Streitigkeiten anzufangen und abdriftende Botschaften zu senden. Sie würden darüber sprechen, ihm sein Mobiltelefon oder seinen Twitter-Account wegzunehmen.

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(ks)