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29/01/2017 16:39 CET | Aktualisiert 30/01/2017 03:12 CET

Hunderttausende Briten fordern: Die Queen soll den Rüpel Trump nicht empfangen müssen

Hunderttausende Briten fordern: Die Queen soll den Rüpel Trump nicht empfangen müssen
POOL New / Reuters
Hunderttausende Briten fordern: Die Queen soll den Rüpel Trump nicht empfangen müssen

  • Weit über eine halbe Million Briten wollen Trump nicht als Staatsgast empfangen wissen

  • Sie halten einen erwiesenermaßen vulgären Menschen wie ihn für eine Zumutung für die Queen

Hunderttausende Briten rufen ihre Regierung auf, US-Präsident Donald Trump keinen offiziellen Empfang zu bereiten. Mehr als 650.000 Menschen haben innerhalb kürzester Zeit eine entsprechende Online-Petition unterzeichnet.

Ihrer Ansicht nach solle Trump zwar in seiner Eigenschaft als US-Regierungschef britischen Boden betreten dürfen – aber nicht als Staatsgast, dem entsprechende Ehren zuteil werden.

"Frauenfeindlichkeit und Vulgarität"

Die Begründung: Trump würde Ihre Majestät, die Queen, in Verlegenheit bringen. „Donald Trumps wohl dokumentierte Frauenfeindlichkeit und Vulgarität“ disqualifizierte ihn für so eine Zusammenkunft.

Wenn eine solche Petition mehr als 100.000 Unterzeichnet findet, beschäftigt sich das Parlament damit. Der Chef der oppositionellen Labour Party, Jeremy Corbyn, hat bereits an Premierministerin Theresa May appelliert, ihre Haltung zu überdenken.

Staatsbesuch versus Arbeitsbesuch

May hatte vergangene Woche angekündigt, dass Trump dieses Jahr zu einem Staatsbesuch samt Empfang bei der Queen eingeladen werde. Ein Termin steht noch nicht.

In der Diplomatie wird unter anderem zwischen Arbeitsbesuchen und Staatsbesuchen unterschieden. Während sich bei Arbeitsbesuchen in der Regel Regierungschefs für konkrete Beratungen treffen, kommen bei Staatsbesuchen die Staatsoberhäupter zur Kontaktpflege zusammen. Die protokollarisch vorgeschriebenen Ehren, darunter die Beflaggung, sind beim Staatsbesuch wesentlich aufwändiger.

May hat Distanz zu Trump demonstriert ...

May hatte Trump am Freitag besucht. Es war der erste Empfang eines Regierungschefs bei Trump gewesen.

Die Britin hatte Trump, anders als Kritiker befürchtet hatten, nicht nach dem Mund geredet - sondern unter anderem auf einer starken Nato bestanden und vor zu viel Vertrauen in Russlands Präsident Wladimir Putin gewarnt. Außerdem sprach May distanziert vom „Mr. President“, während Trump sie vertraulich als „Theresa“ adressierte.

... für ihre Kritiker aber nicht genug

Am Wochenende allerdings fing sich May dann doch noch Kritik ein, auch aus der eigenen Partei. Nach dem Geschmack vieler ihrer Landsleute hätte sie Trump wegen dessen neuem Dekret zur Einwanderung – ein Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimisch geprägten Ländern – viel heftiger angehen sollen.

Erst in der Nacht zu Sonntag hatte Mays Büro eine Erklärung veröffentlicht. Darin hieß es, US-Einwanderungspolitik sei zwar erst einmal Sache der Amerikaner. Aber man sei mit dem Ansatz nicht einverstanden und werde die Konsequenzen des Dekrets für Briten prüfen. Und gegebenenfalls Einspruch erheben.

(bp)