POLITIK
29/01/2017 22:43 CET | Aktualisiert 31/01/2017 02:57 CET

Terroranschlag auf Moschee in Kanada - sechs Tote

Polizeieinsatz nach einem Anschlag auf eine Moschee im kanadischen Quebec
AP
Polizeieinsatz nach einem Anschlag auf eine Moschee im kanadischen Quebec

  • In einer Moschee in Kanada wurden sechs Menschen durch Schüsse getötet

  • Mehrere Verdächtige wurden festgenommen

  • Die Hintergründe der Tat sind noch unklar

Bei einem Terroranschlag auf eine Moschee in der kanadischen Ostküstenmetropole Quebec hat es sechs Tote gegeben. Offenbar handelt es sich um einen Angriff mit einem islamistischen Hintergrund.

Sender berichtet von fünf Toten

Der Sender TVA Nouvelles berichtete, dass die Polizei von Quebec zwei Festnahmen bestätigt habe. Die Ermittler schießen nicht aus, dass es noch einen dritten Verdächtigen gebe. Der Polizeieinsatz laufe noch. Die Gegend wurde weiträumig abgesperrt, die Sicherheitskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort.

Radio Canada zufolge hielten sich zum Tatzeitpunkt Dutzende Menschen in der Moschee im Viertel Sainte-Foy auf. Ein Augenzeuge sagte dem Sender, zwei maskierte Männer hätten das Gebäude gestürmt und das Feuer auf die Betenden eröffnet, während sie "Allahu Akbar" (Gott ist groß) riefen. Mindestens einer der Männer trug ein Sturmgewehr vom Typ AK-47.

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Moschee war mehrfach Ziel von Angriffen

Laut TVA Nouvelles wies der Vorsitzende des Islamischen Kulturzentrums darauf hin, dass seine Moschee in der Vergangenheit schon mehrfach Ziel von Angriffen gewesen sei. Neben Wandschmierereien sei einmal ein abgetrennter Schweinekopf vor der Moschee abgelegt worden.

"Es ist entsetzlich», sagte der Moschee-Vorsitzende Mohammed Yangui der Deutschen Presse-Agentur. "Diese Menschen kommen jeden Tag friedlich zum Beten, aber jetzt werden einige von ihnen nie wieder vom Gebet nach Hause zurückkehren. Ich bin schockiert, mir fehlen die Worte, um zu beschreiben, was ich fühle."

Premier Trudeau: Vielfalt und Toleranz sind Stärke Kanadas

"Es ist herzzerreißend, solch sinnlose Gewalt zu sehen", erklärte der kanadische Premier Justin Trudeau in seiner Stellungnahme. Vielfalt und religiöse Toleranz seien eine Stärke Kanadas. "Muslimische Kanadier sind ein wichtiger Teil unserer nationalen Identität."

Auch der Premierminister der Provinz Quebec, Philippe Couillard, rief nach der Bluttat zum geschlossenen Einsatz gegen jegliche Gewalt und zur Solidarität mit Muslimen auf. Er sprach den Opfern und Angehörigen sein Beileid aus.

Auf Twitter rief er nach der Bluttat zur geschlossenen Ablehnung von Gewalt und Solidarität mit Muslimen auf. Gleichzeitig seien die Behörden darum bemüht, die Sicherheit der Bürger zu schützen.

Mit Material der AP und der dpa

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(jg)