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29/01/2017 06:57 CET

Warum Jung von Matt die Wahlkampagne von Merkel machen will

Wahlplakat von 2014 - für die Bundestagswahl 2017 will Jung von Matt die Kampagne für Merkel machen
Fabrizio Bensch / Reuters
Wahlplakat von 2014 - für die Bundestagswahl 2017 will Jung von Matt die Kampagne für Merkel machen

  • Die Agentur Jung von Matt will für Angela Merkel (CDU) im Wahlkampf werben, um die demokratische Kräfte in Deutschland zu stärken

  • Wir würden in unruhigen Zeiten leben, sagte Vorstand Peter Figge in einem Interview

Mitte November hatte der "Spiegel" berichtet, dass die Agentur Jung von Matt die CDU-Werbekampagne für die Bundestagswahl gestalten werde.

In der "Welt am Sonntag" erklärt Vorstandschef Peter Figge nun, warum.

Jung von Matt ist die zweitumsatzstärkste Werbeagentur in Deutschland. Sie arbeitete bisher hauptsächlich für Unternehmen wie etwa dem Autovermieter Sixt. Erfahrung mit politischen Kampagnen hat die Agentur nicht.

"Unruhige Zeiten"

Im Interview sagt Figge, dass die Entscheidung nicht unbedingt etwas mit der CDU zu tun habe. Der Vorstand habe vielmehr bewusst entschieden, für "eine der großen demokratischen Kräfte Deutschland Werbung machen zu wollen."

Denn: "Wir leben in unruhigen Zeiten. An den gesellschaftlichen Rändern wird vieles von dem, was wir erreicht haben, infrage gestellt." Das Engagement sei unabhängig von der politischen Meinung des Einzelnen beschlossen worden. Sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Amt bleiben, sieht Figge die politische Stabilität im Land gewahrt.

Für Donald Trump hätte die Agentur nicht geworben, wie Figge auf Nachfrage erklärt.

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Wie der "Spiegel" berichtet hatte, habe sich Jung von Matt in einem internen Wettbewerb mit mehreren Konkurrenten durchsetzen können. Es war nicht der erste Kontakt der Agentur mit Merkel.

"Die Person muss nicht im Vordergrund stehen"

Das Netz hatte die Kanzlerin im Sommer 2013 verspottet, weil sie gesagt hatte, das Internet sei ja für alle immer noch Neuland. Jung von Matt warb mit einem Plakat für Sixt, auf dem Merkel und die Worte "Für alle, die #Neuland entdecken wollen" zu sehen waren.

Auf die Frage, wie die Kampagne für die Kanzlerin aussehen könnte, antwortet Figge in der "WamS": "Die Person muss nicht zwingend nach vorne gestellt werden, auch wenn vieles dafür spricht.“ Wichtiger seien Ideen abseits der ausgetretenen Pfade.

Man darf also auf eine Überraschung im Wahlkampf gespannt sein. Noch gebe es aber keinen Vertrag für die Wahlwerbung, sagt Figge.

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(lp)