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28/01/2017 11:36 CET

Unionsfraktionschef Kauder bringt EU-Strafzölle gegen die USA ins Spiel

Unionsfraktionschef Kauder bringt EU-Strafzölle gegen die USA ins Spiel
Kai Pfaffenbach / Reuters
Unionsfraktionschef Kauder bringt EU-Strafzölle gegen die USA ins Spiel

  • Donald Trumps protektionistische Wirtschaftspolitik wird bereits in den ersten Tagen seiner Amtszeit deutlich

  • Trump könnte sich als nächstes die EU und insbesondere Deutschland vornehmen

  • Als Gegenreaktion fordert CDU-Politiker Volker Kauder, EU-Strafzölle gegen die USA nicht kategorisch auszuschließen

US-Präsident Donald Trump hat nicht nur laut nachgedacht, als er Strafzölle gegen deutsche Autobauer in Erwähnung gezogen hat. Dass es Trump Ernst meint, zeigte er bereits in den wenigen Tagen nach seiner Amtseinführung: Handelsabkommen TPP aufgekündigt, Wirtschaftskonflikt mit Mexiko entfacht.

Umgekehrt solle sich auch die Europäische Union (EU) gegen mögliche Handelseinschränkungen seitens der USA wehren. So schließt Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) Strafzölle der EU als letztes Mittel nicht aus.

"Europa muss sich einig sein, Donald Trump davon abzubringen, den freien Welthandel einzuschränken, sagte Kauder dem "Tagesspiegel am Sonntag".

Strafzölle sind der falsche Weg

Er setze dabei auf ein ernsthaftes Gespräch mit dem US-Präsidenten, weil gegenseitige Drohungen in der Regel nicht weiterführten.

"Wir werden unsere Gesprächspartner in den USA daran erinnern, dass Autos in Amerika nicht billiger, sondern teurer werden, wenn der US-Präsident die Zölle erhöht", sagte Kauder. "Aber natürlich könnte theoretisch auch Europa höhere Zölle erheben. Das wäre aber der falsche Weg."

Der CDU-Politiker forderte zugleich die EU-Partner zum Zusammenrücken auf.

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Europa muss zusammengeführt werden

"Vielleicht begreifen 2017 nun endlich alle Staaten, dass wir zusammenstehen müssen. Überall – in der Verteidigungs-, in der Flüchtlings-, in der Wirtschaftspolitik", so Kauder. Angesichts von Trumps Parole "Amerika zuerst" müsse man Europa "mehr denn je zusammenführen".

Anfang der Woche hatte Trump bekräftigt, eine erhöhte Importsteuer einführen zu wollen. "Wir werden Produkte, die über unsere Grenzen kommen, mit einer sehr großen Steuer belasten", erklärte Trump.

Er hatte ausländischen Unternehmen bereits Strafzölle angedroht, wenn diese ihre Waren in Mexiko produzieren und dann in den USA verkaufen wollen. Besonders Autobauer befinden sich in seinem Visier.

(ame)