POLITIK
28/01/2017 05:32 CET | Aktualisiert 28/01/2017 07:50 CET

Neuer Brief enthüllt: Churchills Familie fürchtete, er würde zum Islam konvertieren

Neuer Brief enthüllt: Churchills Familie fürchtete, er würde zum Islam konvertieren
Andrew_Howe via Getty Images
Neuer Brief enthüllt: Churchills Familie fürchtete, er würde zum Islam konvertieren

Er gilt als einer der größten Staatsmänner des 20. Jahrhunderts, als unerbittlicher Gegner Adolf Hitlers, als Einer eines krisenzerrütteten britischen Königreichs.

Doch, was Wenige wissen: Winston Churchill war auch ein großer Freund des arabischen und orientalischen Kulturraums. Ein jetzt gefundener Brief des Nobelpreisträgers zeigt: Churchills Familie befürchtete gar, der Premierminister würde zum Islam konvertieren.

In dem Brief aus dem August 1907 schreibt Churchills spätere Schwägerin Gwendoline Bertie ihm: "Bitte konvertiere nicht zum Islam, ich habe bemerkt, dass du dazu tendierst, den Orient zu romantisieren. Du zeigst Pasha-ähnliche Tendenzen. Das habe ich wirklich bemerkt."

Der britische "Independent“ zitiert weiter aus dem Brief: "Wenn du mit dem Islam in Kontakt gerätst, wird deine Konvertierung leichter passieren, als du vielleicht geglaubt hast. (...) Kämpfe dagegen an!“

Churchill unterstütze Moscheenbau

Warren Docktor, ein Historiker an der Universität Cambridge, hat den Brief entdeckt. Er glaubt zwar, dass Churchill nie tatsächlich im Sinn gehabt habe, zum Islam überzutreten. Dennoch sei er von der islamischen Kultur hochgradig fasziniert gewesen.

Docktor sagte dem "Independent": "Er war mehr oder weniger ein Atheist."

Ein weltoffener Atheist. Churchill soll im Privaten sogar typisch arabische Kleidung getragen haben. 1940, zur Zeit des britischen Kampfes gegen die Nazis, unterstützte er den Bau der London Central Mosque.

Sie wurde 1944 eröffnet – auch weil Churchill 100.000 britische Pfund für das Projekt einräumte. Viele seiner muslimischen Freunde hätten ihm dafür gedankt, erklärte der Premierminister später.