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27/01/2017 15:00 CET | Aktualisiert 27/01/2017 16:07 CET

"Wie im Fa­schis­mus": Nobelpreisträger greift Trumps Wirt­schafts­po­li­tik an

"Wie im Fa­schis­mus": Ed­mund Phelps Nobelpreisträger greift Donald Trumps Wirt­schafts­po­li­tik an
Jonathan Ernst / Reuters
"Wie im Fa­schis­mus": Ed­mund Phelps Nobelpreisträger greift Donald Trumps Wirt­schafts­po­li­tik an

  • US-Präsident Donald Trump will die US-Wirtschaft mit allen Mitteln schützen, um sie zu stärken

  • Deshalb kritisiert US-Wirtschaftsnobelpreisträger Ed­mund Phelps Trumps Pläne scharf

"Wir werden zwei einfachen Regeln folgen - amerikanisch kaufen und Amerikaner anheuern." Das hatte US-Präsident Donald Trump in seiner Amtseinführungsrede gesagt. Und lies Taten folgen: Kaum eine Woche im Amt hat er bereits einen Handelskrieg mit dem südlichen Nachbarn begonnen und mit dem Austritt aus dem Handelsabkommen TPP ein neues Zeitalter des US-amerikanischen Protektionismus eingeläutet.

"Amerika First" - bedingungslos und ohne Rücksicht auf Verluste. Trump will Unternehmen mit Steuersenkungen helfen und die Konjunktur mit Investitionen in die Infrastruktur ankurbeln. Allerdings scheinen dem Präsidenten dabei internationale Verträge und grundlegende Wirtschaftsregeln egal zu sein.

"Wirt­schafts­po­li­tik wie in Zei­ten des Fa­schis­mus"

Aus diesem Grund werden die Pläne Trumps in der Wirtschaftspolitik von führenden Ökonomen scharf kritisiert.

"Der An­füh­rer kon­trol­liert die Volks­wirt­schaft und sagt den Un­ter­neh­men, wo es lang­geht“, sagt Ed­mund Phelps, der 2006 den Wirt­schafts­no­bel­preis­ erhalten hat, dem "Spiegel". Deshalb fühlen sich Trumps Pläne an "wie Wirt­schafts­po­li­tik in Zei­ten des Fa­schis­mus", so Phelps.

"Tie­fe, lan­ge Re­zes­si­on" erwartet

Ein schwerer Vorwurf. Doch der Starökonom begründet seine Urteil damit, dass der neue Präsident die Innovationskraft der US-Amerikaner - Stichwort Facebook, Google, Apple und Co. - durch steigende Kontrollen und Restriktionen abwürgen könnte. Denn Un­ter­neh­men würden sich ge­nau über­le­gen, ob sie in­ves­tie­ren, wenn sie sich zugleich dar­um sor­gen müs­sten, "von der Re­gie­rung be­droht oder er­presst zu wer­den", erklärt Phelps.

Außerdem würden staat­li­che Han­dels­bar­rie­ren der US-Volks­wirt­schaft schwe­ren Scha­den zu­fü­gen - die Folgen des Streits mit Mexiko könnten also bereits zeitnah sichtbar werden. Wird nicht entsprechend gegengesteuert, könnte „ei­ne tie­fe, lan­ge Re­zes­si­on" folgen, warnt Phelps.

Dass Trumps Protektionismus die US-Wirtschaft schädigen wird, glaubt ebenso Clemens Fuest, der Präsident des ifo-Instituts. “Der aktuelle Börsen-Boom sei auf Trumps Ankündigungen für weniger Klimaschutz und weniger Regulierung zurückzuführen. Ich halte den Höhenflug des Dow aber nicht für nachhaltig", so Fuest.