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25/01/2017 10:44 CET

"EU-Apparatschik" Schulz gegen Merkel: So schätzt die Presse die Chancen der SPD ein

Sitz Kanzlerin Angela Merkel im Nacken: Der SPD-Herausforderer Martin Schulz
Yves Herman / Reuters
Sitz Kanzlerin Angela Merkel im Nacken: Der SPD-Herausforderer Martin Schulz

  • Martin Schulz soll für die SPD gegen CDU-Kandidatin und Kanzlerin Angela Merkel ins Rennen gehen

  • Aus Sicht der Presse sind damit zwar die Chancen der Sozialdemokraten gestiegen

  • Uneinig sind sich die Kommentatoren jedoch, wie stark Schulz Merkel Paroli bieten kann

Seit Mittwoch ist abzusehen: Martin Schulz soll Kanzlerin Angela Merkel herausfordern. Laut den Umfragen von Anfang Januar sind beide in etwa gleich beliebt. Allerdings gehen die Meinungen der Medien in der Frage auseinander, wie gut Schulz' Chancen im Wahlkampf gegen Merkel sind.

Eindeutig scheint aus Sicht der Kommentatoren zumindest: Die Chancen der SPD sind gestiegen.

"Der unbequemere Gegner"

Denn anders als Sigmar Gabriel erweist sich Schulz als "der unbequemere Gegner", titelt "Zeit Online".

Die relative Unbekanntheit des SPD-Kanzlerkandidaten birgt für die Union Gefahren. Denn dieser Umstand dürfte ihm viel mediale Aufmerksamkeit sichern. "Während bei der seit zwölf Jahren regierenden Merkel weitgehend bekannt ist, welche Positionen sie vertritt, ist das bei Schulz – zumindest bei innenpolitischen Fragen – noch offen. Seine Antworten werden Interesse wecken."

Außerdem stelle der SPD-Politiker für jene eine "echte Alternative" dar, "die Merkel nach zwölf Jahren Kanzlerschaft eigentlich nicht mehr sehen können", urteilt "Zeit Online".

Die Alternativen werden deutlicher

Aus Sicht der britischen "Times" könnte es Schulz ebenso schaffen, die SPD-Basis aufzurütteln.

Ähnlich sieht das auch"Spiegel Online": "Die SPD will keine neue GroKo. Genau diesen Kurs wird Schulz nun im Wahlkampf vorgeben müssen. Das könnte den Wahlkampf spannender machen, weil die Alternativen deutlicher werden."

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"Du hast kaum Chancen, aber versuch es wenigstens"

Der österreichische "Standard" hebt hervor, dass Schulz ein guter Wahlkämpfer sei.

Weiterer Vorteil: Er komme von außen und könne deshalb Merkel "auch glaubhafter angreifen". Schwierig kann die Koalitionsbildung aus Sicht des "Standard" werden. Mit Schulz sei Rot-Rot-Grün kaum denkbar. "Aber immerhin, es ist so etwas wie ein Befreiungsschlag nach dem Motto: Du hast kaum Chancen, aber versuch es wenigstens."

für "unwahrscheinlich" hält die "Neue Zürcher Zeitung" allerdings einen Sieg des SPD-Herausforderers. Ihm und der Partei werde all das nicht reichen, um Bundeskanzlerin Merkel zu stürzen.

"Die Presse" aus Österreich ergänzt, dass dem "EU-Apparatschik" selbst in seiner Heimat und SPD-Bastion Nordrhein-Westfalen nicht viele zutrauen, der Kanzlerin Paroli bieten zu können.

(sk)