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25/01/2017 18:12 CET

Unter Terrorverdacht: Der Nazi-Druide aus Schwetzingen

Unter Terrorverdacht: Der Nazi-Druide aus Schwetzingen
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Unter Terrorverdacht: Der Nazi-Druide aus Schwetzingen

Burghard B. galt früher einfach als Sonderling. Als ein bisschen speziell. Als Spinner vielleicht.

Wie auch immer man einen Mann nennen mag, der sich selbst als keltischen Druiden bezeichnet, der nachts bei Voll- oder Neumond im Wald nackt einen Baum umarmt, um Kraft zu tanken, und behauptet, der legendären Zauberer Merlin aus der Arthussage sei sein Onkel.

Seit ein paar Jahren gilt Burghard B. als Gefährder. Und seit heute als Mann, der im Verdacht steht, eine Terrorvereinigung gegründet zu haben.

Sieben Männer unter Verdacht

An diesem Mittwoch hat die Polizei in bundesweit Razzien gegen Rechtsextreme durchgeführt, Waffen, Munition und Sprengmittel gefunden und zwei Verdächtige festgenommen. Sicherheitskreise, so schreibt die Nachrichtenagentur dpa, hätten bestätigt, dass es sich beim Hauptverdächtigen um den Mann handelte, den diverse Medien als den Nazi-Druiden bezeichnen.

Der 62-Jährige aus Schwetzingen bei Heidelberg soll zusammen mit fünf Männern Anschläge seit dem Frühjahr 2016 auf Juden, Asylbewerber und Polizisten geplant haben. Konkrete Pläne hat es offenbar aber nicht gegeben.

Hass und Hetze auf Facebook

Kontakt sollen die Männer über soziale Netzwerke gehalten haben. Burghard B. war etwa auf Facebook aktiv. Dort postete er im vergangenen April, er gelte jetzt als "Gefährder". Er hetzt gegen Juden und Ausländer, verbreitet diffuse Verschwörungstheorien. Und schreibt dennoch unter sein Foto, Druiden seien Menschenrechtler.

Immer wieder postet er Aufrufe, nicht nur im Netz, sondern ganz real zu kämpfen.

Zumindest mit dem Bogen scheint Burghard B. schießen zu können, zumindest erweckt er in einem älteren Video des Bayerischen Rundfunks den Anschein. Damals wurde er als Druide porträtiert.

Medienberichten nach soll sich Burghard B. nach Schusswaffen erkundigt haben. Der "Zeit" zufolge hat er sich außerdem auf einer russischen Plattform mit radikalen Spinnern vernetzt. Laut "Spiegel Online" besuchte er außerdem Pegida-Veranstaltungen in Frankfurt. Der Generalbundesanwalt lässt verlauten, er könne auch der "Reichsbürger"-Bewegung nahegestanden haben.

Kurz: Mit Spinnerei hat all das schon lange nichts mehr zu tun.

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