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25/01/2017 05:42 CET | Aktualisiert 25/01/2017 05:50 CET

Dieser Ex-Häftling ist jetzt ein erfolgreicher Unternehmer - dank einer Fähigkeit, die er im Gefängnis lernte

Auch wenn er im Vergleich zu früher keine Millionenbeträge mehr umsetzt: Der Ex-Häftling Ralphy Dominguez ist einer der angesehensten Unternehmer der amerikanischen Ostküste.

Was kaum einer ahnt, der den Amerikaner kennenlernt: Er hat eine dunkle Vergangenheit. Einst war er der Boss des größten Rauschgift-Rings Neu-Englands. Als Polizei und FBI im auf die Spur kamen, wanderte Dominguez für mehrere Jahre ins Gefängnis.

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Credit: Pen & Pistol

Dass er in seiner Zeit hinter Gittern etwas lernen würde, das ihm nach seiner Haft ein neues Leben ermöglichen würde - damit rechnete auch er selbst sicher auch nicht, als er ins Gefängnis kam.

Vom Drogen-Boss zum Handwerker

Die Fähigkeit, die sein Leben von Grund auf verändern sollte, lernte Dominguez in einem Handwerkskurs. Man brachte ihm bei, wie man mit Leder arbeitet und es einfärbt.

Die Arbeit mit dem Leder hatte für ihn etwas Therapeutisches, wie er dem Karriereportal "Entrepreneur.com" sagte. Er beschloss, seine kriminellen Vergangenheit hinter sich zu lassen und neu anzufangen.

"Ich war damals ein ziemlicher impulsiver Kerl, einer der immer Ärger sucht - ein Krawallmacher eben“, erinnert sich der ehemalige Häftling. "Doch meine Zeit hinter Gittern hat mir die Möglichkeit gegeben, doch noch etwas aus meinem Leben zu machen."

So setzte das Lederhandwerk den Grundstein für seine Zukunft. Als er entlassen wurde, gründete der Ex-Drogenboss eine Ledermanufaktur mit dem Namen Pen & Pistol.

Der Start gelang ihm mit einem winzigen Budget

Alles was er dafür wissen musste, hatte er im Gefängnis gelernt. Das Einzige was ihm bei der Umsetzung seines Plans noch im Wege stand, war das nötige Startkapital. Von seiner Vergangenheit geläutert fand er seinen Weg zu der Resozialisierungs-Organisation Refoundry.

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Die in der Bronx situierte Non-Profit-Organisation hilft ehemaligen Häftlingen dabei, wieder einen Weg und die Gesellschaft zu finden. Und sie halfen auch Dominquez.

Die Mitarbeiter von Refoundry zeigten ihm Mittel und Wege, wie er auch mit einem äußert kleinen Budget den Traum

einer eigenen Manufaktur verwirklichen konnte.

"Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte er "Entrepreneur.com". "Wenn du aus dem Knast kommst, dann das Hauptproblem erstmal Geldmangel. Die Leute von Refoundry haben mir wirklich sehr geholfen - ich verdanke ihnen alles."

Nicht nur der eigene Erfolg ist ihm wichtig

Dominguez machte aus seiner Geldnot eine Tugend und begann, das Leder von alten Sofas, Handtaschen oder alte Lederreste aus dem Müll für seine handgemachten Unikate zu verwenden.

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Credit: Pen & Pistol / Facebook

Er fertigte handbestickte Geldbeutel, nähte Visitenkarten-Etuis oder punzierte Gürtel. Die Preise für seine handgemachten Produkte hielt er schlank - bis heute liegen sie preislich zwischen 30 und 75 Dollar.

Auf Floh- und Kunstmärkten verkaufte Dominguez seine Lederwaren. Sie fanden schnell Gefallen und erfreuten sich bei den hippen New Yorkern einer stetig wachsenden Nachfrage.

Inzwischen hat Dominguez mit Pen & Pistol einen erfolgreichen Webshop etabliert; seine Produkte liegen zudem in den Auslagen vieler angesagter Boutiquen in Manhattan aus.

Doch Dominguez ist nicht nur auf den eigenen Erfolg aus. Er will auch etwas zurückgeben. Deswegen unterstützt er andere ehemaligen Kriminellen und Ex-Häftlinge dabei, ihre kriminelle Energie in Kreativität und Gründergeist umzuwandeln.

Kriminelle Vergangenheit als Katalysator für seine Motivation

So ist es nicht verwunderlich, dass der Geschäftsführer von Pen & Pistol Walter Escobar ist - ebenfalls ein ehemaliger Häftling.

Die turbulente Knacki-Vergangenheit hat Dominguez längst hinter sich gelassen. Dennoch beschreibt er sie als Katalysator für seine Motivation.

"Ich denke, wenn man schon mal ganz tief unten gewesen ist und nichts hatte außer sich selbst, dann ist das Einzige, was man tun kann, sich wieder nach oben zu hangeln", sagt er. "Und genau darin liegt auch die Motivation so vieler Ex-Häftlinge."

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(lk)