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25/01/2017 14:21 CET

Er soll Kontakt zu Salafisten haben: Darmstadt 98 trennt sich von Änis Ben-Hatira

 Darmstadts Änis Ben-Hatira freut sich nach einem Tor gegen den VfL Wolfsburg - nach seiner Entlassung dürfte ihm nun aber das Lachen vergangen sein
Kai Pfaffenbach / Reuters
Darmstadts Änis Ben-Hatira freut sich nach einem Tor gegen den VfL Wolfsburg - nach seiner Entlassung dürfte ihm nun aber das Lachen vergangen sein

  • Der Fußballbundesligaprofi Änis Ben-Hatira steht einer salafistischen Organisation nahe

  • Sein Verein SV Darmstadt 98 beendete deswegen die Zusammenarbeit

Seit August 2016 spielt der Deutsch-Tunesier Änis Ben-Hatira für den Bundesligaverein SV Darmstadt 98. Besser gesagt spielte. Denn der Verein hat die Zusammenarbeit am Mittwoch beendet.

Der Grund: Der gebürtige Berliner unterstützt die islamistische Organisation "Ansaar International". Die Hilfsorganisation mit Sitz in Düsseldorf ist laut nordrhein-westfälischem Verfassungsschutz "fest mit der deutschen Salafisten-Szene verwoben". Die "Taz" schreib, dass auf den Benefizgalas des Vereins radikale Prediger auftreten würden, "die dort ihre ultraislamistische Propaganda verbreiten".

Auch deshalb wird "Ansaar International" vorgeworfen, als Netzwerk zur Rekrutierung von islamistischen Kämpfern zu fungieren.

Darmstadt beurteilt das Engagement als "falsch"

Nun zog der Verein die Reissleine. Darmstadt-Präsident Rüdiger Fritsch teilte mit: "Nach Analyse der Gesamtsituation macht eine weitere Zusammenarbeit für beide Seiten keinen Sinn mehr. Der SV 98 beurteilt Ben-Hatiras privates humanitäres Hilfsengagement wegen der Organisation, der er sich dabei bedient, als falsch."

Bereits am Samstag hatten Darmstädter Fans beim Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach mit Flugblättern an den 28-jährigen Spieler appelliert, sich von der umstrittenen Hilfsorganisation zu distanzieren.

Selbst der hessische Innenminister äußert sich

Und auch der hessische Innenminister Peter Beuth hatte gefordert, dass "man es einem Profi-Fußballer wie Ben Hatira nicht durchgehen lassen kann, wenn er sich in die Nähe von extremistischen Organisationen begibt, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Hier müssen klare Grenzen gesetzt werden."

Das ist nun durch die Vertragsauflösung geschehen.

Bereits im November waren die Vorwürfe gegen Ben-Hatira bekannt geworden. Er erklärte damals, dass es ihn traurig mache, wenn seine sozialen Projekte, mit denen "nachweislich schon vielen Bedürftigen geholfen" worden sei, in ein schlechtes Licht gerückt würden.

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(ca)