POLITIK
25/01/2017 02:00 CET | Aktualisiert 25/01/2017 03:14 CET

Neue Panne: Ermittler vertrödelten acht Stunden, bevor nach Amri gefahndet wurde

dpa/Bundespolizei
Der Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri

  • Die "Welt" berichtet über eine weitere Panne bei der Fahndung nach dem Weihnachtsmarkt-Attentäter

  • Berliner Ermittler hätten ihn zu spät zur bundesweiten Fahndung ausgeschrieben

  • So seien acht bis neun wertvolle Stunden verschwendet worden

Die Tageszeitung die "Welt" berichtet über eine weitere mögliche Panne bei der Fahndung nach dem Weihnachtsmarkt-Terroristen Anis Amri.

Obwohl die Identität des Verdächtigen bereits am Nachmittag des 20. Dezembers, dem Tag nach dem Attentat, bekannt war, sei viel Zeit vergangen, bis Amri zur Fahndung ausgeschrieben wurde.

Berliner informierten Ermittler anderer Länder nicht

Die Geldbörse des Verdächtigen mit einem Dokument der Asylbehörde sei am 20. Dezember im Fahrerhaus des Lastwagens gefunden worden. Eine Datenbankabfrage habe ergeben, dass die Börse Anis Amri gehört habe.

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Doch obwohl die Identität des Attentäters den Ermittlern spätestens am Dienstagnachmittag bekannt war, gab es nach Informationen der "Welt" zunächst keine bundesweite Fahndung nach Amri.

Und das, obwohl es am Abend des 20. Dezember 2016 eine wichtige Telefonkonferenz gegeben habe, an der die LKA-Präsidenten und ein Vertreter des Bundeskriminalamtes (BKA) teilgenommen hatten. In dieser Konferenz hätten die Vertreter Berlins die anderen Ermittler nicht über die Identität Amris informiert.

Acht bis neun Stunden vergingen

Erst am 21. Dezember um 0.06 Uhr sei ein elektronisches Schreiben an die Polizeibehörden der Länder, die Bundespolizei, den Verfassungsschutz, den Bundesnachrichtendienst (BND) und das Zollkriminalamt verschickt worden, um die bundesweite Fahndung nach Amir einzuleiten.

Somit seien vom Fund der Geldbörse bis zum Auslösen der bundes- und europaweiten Personenfahndung acht bis neun Stunden vergangen. Während dieser Zeit seien lediglich die Polizeibehörden in Berlin, Nordrhein-Westfalen und das BKA über den Verdacht gegen Amri informiert gewesen.

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(jg)