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24/01/2017 15:19 CET | Aktualisiert 25/01/2017 02:47 CET

Die ersten Worte von Gabriel und Schulz nach der K-Entscheidung zeigen, warum es die richtige war

Fabrizio Bensch / Reuters
Die ersten Worte von Gabriel und Schulz nach der K-Entscheidung zeigen, warum sie richtig war

  • Sigmar Gabriel und Martin Schulz sind erstmals nach der K-Entscheidung gemeinsam vor die Presse getreten

  • Schulz sei der bessere Kandidat für die SPD, betonte Gabriel

  • Der ehemalige EU-Parlamentspräsident gab sich als Europa-Freund und Feind von Hetze und Populismus

Es ist ein Polit-Hammer. Viel Verwirrung, geleakte Titelseiten, Interviews - und eigentlich sollte es doch erst am Sonntag offiziell werden, wer der Kanzlerkandidat der SPD für die Bundestagswahl am 24. September wird.

Jetzt endlich haben sich auch Sigmar Gabriel und Martin Schulz gemeinsam in der Öffentlichkeit geäußert.

Zunächst bestätigte Gabriel die Personalien des Tages: Er trete vom Parteivorsitz zurück und verzichte auf die Kanzlerkandidatur, Schulz werde dafür beides übernehmen. Gabriel selbst ersetzt Frank-Walter Steinmeier als Außenminister und Brigitte Zypries übernimmt das Wirtschaftsministerium. Das Präsidium sei einstimmig Gabriels Vorschlag gefolgt. So weit das Stühlerücken.

"Ich habe es der SPD nicht immer leichtgemacht"

Dann dankte Gabriel seiner Partei für die letzten Jahre: "Ich habe es der SPD nicht immer leichtgemacht, umkehrt auch nicht immer." Er habe eine "tolle Zeit" bei den Sozialdemokraten gehabt. "Die SPD hat mir die Möglichkeit gegeben, souverän einen Vorschlag zu machen, und mich dabei nicht bedrängt", sagt er.

Zuletzt dankte Gabriel Schulz: "Er ist ein großer Europäer, jemand, der Brücken baut. Und jemand, der aufgrund seiner eigenen Biografie alle Politikfelder kennt und betrachtet und weiß, was für unser Land und Europa wichtig ist."

Gabriel freue sich auf den Wahlkampf und rechnet der Partei gute Chancen aus. "Wir werden Sie in acht Monaten wieder überraschen", kündigt Gabriel zuversichtlich an. "Und Sie wissen ja, was wir uns vornehmen, das schaffen wir auch." Zumindest grinst er ein wenig dabei.

"Mit mir wird es kein Europa-Bashing geben"

Der frischgebackene Kanzlerkandidat gab sich dann als echter Europäer. "Mit mir wird es kein Bashing gegen Europa geben. Mit mir wird es keine Hatz gegen Minderheiten geben."

"Wir wollen als Sozialdemokraten klarmachen, dass es um viel geht in dieser Zeit. Es geht ein Riss durch die Gesellschaft, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit“, sagt er. Schulz betonte, dass man der Verunsicherung mit Mut entgegentreten müsse. Die SPD sei schon immer eine Brandmauer gegen Demokratiefeinde gewesen.

Und betonte anschließend den Anspruch der SPD, nach der Wahl auch wirklich den Kanzler zu stellen: "Wir wollen einen Wahlkampf, der uns als SPD am Ende mit dem Auftrag ausstattet, das Land zu führen."

Die SPD entscheidet am Sonntag

Auf eine Frage antwortete Gabriel schließlich, dass Schulz einfach die besseren Chancen als Kanzlerkandidat habe. "Ich als Parteivorstand muss den vorschlagen, der die besten Chancen hat."

Außerdem sei die Entscheidung nicht verfrüht getroffen worden, die SPD entscheide am Sonntag wie gehabt. "Ich glaube, wir haben deinen Zeitplan sehr präzise eingehalten. Und selbst wenn, drei, vier Tage vorher sind eine ziemliche Punktladung."

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Schulz antwortete souveräner, weniger gereizt und weitaus bescheidener auf die Fragen der Journalisten - und zeigt damit ganz deutlich, wieso er der weitaus Beliebtere der beiden ist.

Gabriel und Schulz haben die Entscheidung am Samstag getroffen

Er wisse gar nicht, ob er überhaupt der Beste in der SPD sei. "Aber es kann sein, dass ich die besten Chancen habe, für die SPD die Bundestagswahl zu gewinnen." Gabriel und er hätten sich am Samstag getroffen und das beschlossen.

Gabriel hingegen hält sich zwar nicht unverzichtbar für die Koalition, aber er sei die vernünftigste Lösung für den Posten des Außenministers. Denn nach Schulz und Steinmeier sei er ja wohl eindeutig der SPD-Mann mit den größten außenpolitischen Erfahrungen.

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(jg)