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24/01/2017 12:13 CET | Aktualisiert 21/07/2017 04:47 CEST

Freinet-Kindergarten: So funktioniert selbstbestimmendes Aufwachsen

Halfpoint via Getty Images
Freinet-Kindergarten: So funktioniert selbstbestimmendes Aufwachsen

  • Die Kinder bestimmen überwiegend selber ihren Alltag, den Tagesablauf und die Spielmaterialien

  • Die Erzieher haben die Beobachterrolle und halten sich im Hintergrund auf

Die Lehre des Freinet-Kindergartens kommt aus Frankreich, wo sie nach dem Pädagogen Célestin Freinet benannt wurde. Das Hauptaugenmerk seiner Theorie liegt auf der Selbstständigkeit des Kindes.

Die Mädchen und Jungen finden ihre Entfaltung in ihrem selbstbestimmenden und selbstständigen Handeln, während die Erzieher den Kindern ihr Vertrauen zeigen und sie vorwiegend ohne großes Eingreifen in den Alltag spielen lassen.

Demzufolge gibt es kein Lernprogramm für die Kinder. Sie entscheiden selber, mit welchen Materialien sie sich beschäftigen, und lernen während des Spiels. Durch die fehlende pädagogische Aufbereitung führen die Kinder in ihrem Alltag selbst die Regie. Mit dieser Verantwortung gewinnen sie an Selbstvertrauen, erklärt die Informationsseite "Familie".

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Es gibt keine festen Tagesabläufe

Das Hauptaugenmerk legt man hierbei auf die Stärken des Kindes. Die Kinder im Freenet-Kindergarten sind überwiegend eigenverantwortlich und bestimmen ihren Tagesablauf.

Die Erzieher geben keine festgelegten Strukturen vor, weshalb die Wochen- und Tagesabläufe vorab nicht fest definiert sind. Das Programm richtet sich komplett nach den Wünschen der Kinder, nach ihren Vorstellungen und nach der jeweiligen Situation.

Die Erzieher beobachten die Kinder bei ihrem Alltag und greifen ausschließlich in seltenen Ausnahmefällen in das Geschehen ein.

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Demokratisch entscheiden die Kinder über die Abläufe

Der Freinet-Kindergarten beinhaltet Rituale, die der Lehre der Freinet-Pädagogik entsprechen, beispielsweise die Kinderkonferenz, die an jedem Morgen stattfindet. Hier können die Kinder ihre Wünsche für den Tag zeichnerisch ausdrücken und die Entscheidung über den Ablauf erfolgt demokratisch.

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Die Erzieher haben an der Stelle ebenfalls die Beobachterposition. Im Mittelpunkt steht eine offene Gruppenarbeit. Die Kinder bewegen sich frei in den Räumen des Kindergartens. Bei den Räumen handelt es sich um Gruppenräume, die für bestimmte Verwendungszwecke eingerichtet sind, zum Beispiel um die Kuschelecke, um Verkleidungszimmer und um den Turnraum.

Die Kleinen bestimmen den Speiseplan

Im Freinet-Kindergarten herrscht eine umfassende Demokratie, ebenfalls bei den Mahlzeiten. Die Kinder bestimmen eigenständig die Essenszeiten und den Speiseplan.

Die freiwillige Projektarbeit ergänzt den Kindergartenalltag und die Themen für die Projekte ergeben sich aus den Vorlieben und Interessen der Kinder. Die Kinder leiten eigenverantwortlich die Werkstätten und Ateliers des Kindergartens.

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