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24/01/2017 07:41 CET

"Pflegestufe 5": CSU-Politikerin teilt gewaltverherrlichenden Facebook-Post

dpa
Die CSU-Abgeordnete Kerstin Schreyer hat auf ihrem privaten Facebook-Account einen fragwürdigen Post geteilt

  • Die CSU-Politikerin Kerstin Schreyer hat auf Facebook einen Cartoon gegen Kinderschänder geteilt

  • Dieser soll zeigen, wie ein Pädophiler brutal zusammengeschlagen wird

  • Im Interview mit "SZ.de" äußerte Schreyer keinerlei Bedenken zu dem fragwürdigen Post

Die CSU-Landtagsabgeordnete Kerstin Schreyer hat auf ihrem privaten Facebook-Account einen fragwürdigen Cartoon gegen Kinderschänder geteilt. Darüber berichtet die Nachrichtenseite "Süddeutsche.de".

Der Cartoon zeigt einen wütenden Mann, der seine Faust in das blutige, kaum noch erkennbare Gesicht eines anderen Mannes rammt. Betitelt wird das Bild mit: "Packst du mein Kind an ... hast du morgen Pflegestufe 5".

Die Zeichnung stammt von einer Facebook-Seite unter dem Namen "Gebt Pädophilen keine Chance". Sie verzeichnet über 5.000 Likes, Schreyer soll sie laut "SZ.de" in ihrem Post verlinkt haben.

Nutzer forderten Folter und Kastrationen

Hier werden immer werden Nachrichten zu Kindesmissbrauchsfällen geteilt, in den Kommentaren sammeln sich brutalste Gewaltphantasien gegen Pädophile.

Auf die Frage "Was wäre die gerechtfertigste Strafe für einen Kinderschänder?" im Oktober 2016 schreiben Fans der Seite so "Tod" oder "bei einem menschenfressenden Pitbull direkt in den Käfig". Mehrere Nutzer fordern eine Kastrationen von Tätern.

Auch unter dem von Schreyer geteilten Cartoon reihen sich solche Kommentare. Dass die Zeichnung als gewaltverherrlichend verstanden werden könnte, will Schreyer allerdings nicht wissen.

Schreyer befindet Cartoon für "nicht fragwürdig"

Im Interview mit "SZ.de" sagte die Abgeordnete, an dem von ihr geteilten Cartoon sei "nichts fragwürdig". "Es geht darum, sich für Kinder und das Kindeswohl einzusetzen." Dies müsse mit solchen Posts möglich sein, sagte sie der Seite. "Nicht erst seit Charlie Hebdo erfüllen Cartoons die Aufgabe, Themen zu beschreiben."

Auch die Quelle sei nicht entscheidend, sagte Schreyer der Nachrichtenseite. "Es ist nicht wichtig, wo die Zeichnung herkommt", sagt Schreyer. "Das schaut eh kein Mensch nach. Es geht um die Botschaft."

Im März wird Schreyer Integrationsbeauftragte Bayerns. Sie löst Martin Neumeyer ab, der seit 2009 das Amt innehatte.

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(lp)