POLITIK
23/01/2017 02:35 CET | Aktualisiert 23/01/2017 09:59 CET

Trump-Anhänger verbreitet bei "Anne Will" falsche Zahlen - die Redaktion reagiert sofort

Ralph Freund bei "Anne Will"
Anne Will
Ralph Freund bei "Anne Will"

Anhänger des US-Präsidenten Donald Trump scheinen sich die Welt gerne zu machen, wie sie ihnen gefällt.

Als Kellyanne Conway, Beraterin von US-Präsident Donald Trump, am Sonntag in einer NBC-News-Sendung gefragt wurde, warum Trumps Pressesprecher Sean Spicer "widerlegbare falsche" Angaben zu den Zuschauerzahlen bei der Trump-Vereidigung gemacht habe, sagte sie, er habe eben "alternative Fakten" gehabt.

Auch bei "Anne Will" sorgte gestern ein Trump-Anhänger für Verwirrung mit "alternativen Fakten".

"Um Trump zu verstehen, muss man anschauen, wer ihn gewählt hat", sagte Ralph Freund, CDU-Mitglied und Vizepräsident der "Republicans Overseas Germany" in der Sendung. Das seien nämlich vor allem Menschen auf dem Land gewesen.

In den USA gebe es 3141 Landkreise (counties), rechnete er vor. Von denen habe Hillary Clinton bei der Präsidentschaftswahl nur 57 gewonnen. "3084 gingen an Donald Trump", so der Republikaner. Somit seien 95 Prozent republikanisch.

Den Eindruck, den er vermitteln will: Obwohl Hillary Clinton bei der Popular Vote mit 47,7 Prozent um 0,2 Prozenpunkte und zwei Millionen Stimmen vor Trump lag, habe der Republikaner doch eine überwältigende Zustimmung bekommen - nach Fläche gesehen.

Mehr zum Thema: "Anne Will": Historiker erklärt, was uns Amerika mit Trumps Wahl mitteilen will

Leider ist er da einer Falschmeldung aufgesessen. Kurz nach der Sendung verschickte die "Anne Will"-Redaktion einen Link zu einem Text der Nachrichtenagentur Associated Press vom 06. Dezember.

Darin meldet AP, dass Anhänger Trumps Artikel von Nachrichtenseiten verbreiten würden, in denen es heißt, dass Clinton nur 57 Landkreise gewonnen habe. Das stimmt allerdings nicht. Insgesamt hatte Clinton in 487 Landkreisen gewonnen, so AP.

Die gleiche Falschmeldung besagte auch, dass die zwei Millionen Stimmen, die Clinton Vorsprung vor Trump in der "Popular Vote" hatte, allein aus New York stammen würden.

Etwas Wahrheit enthielt Freunds Angabe aber doch. Trump gewann mit 2626 Landkreisen weit mehr als Clinton.

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(lp)