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23/01/2017 07:49 CET | Aktualisiert 23/01/2017 13:09 CET

Warum Angela Merkel jetzt den "Playboy" liest

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Stefanie Loos / Reuters
Bundeskanzlerin Angela Merkel

  • Donald Trump lässt Angela Merkel auf ein offizielles erstes Treffen mit ihm warten

  • Merkel muss sich also anderweitig ein Bild von Trump machen - einem Bericht nach auch mit Hilfe des "Playboy"

  • Ein Interview des Magazins mit Trump von 1990 offenbart viel über die Persönlichkeit des neuen Präsidenten

Donald Trump möchte sich nicht mit Angela Merkel treffen - noch nicht.

Trump ziert sich und so weiß die Bundesregierung derzeit nur wenig darüber, wie der neue US-Präsident tickt.

Also, so berichtet "Spiegel Online", greift Merkel derzeit auch zum "Playboy", um sich ein Bild von ihm zu machen.

Journalisten des Playboy führten 1990 ein ausführliches und langes Interview mit Trump, das wohl so gut wie kein Interview seitdem Aufschlüsse über seine Persönlichkeit und seine Werte zulässt. Das Gespräch erschien in der Märzausgabe des Jahres 1990.

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"Ich will nicht Präsident werden, da bin ich 100 Prozent sicher."

Aber was kann Merkel konkret aus dem Interview lernen?

Natürlich beginnt das Interview im "Playboy" mit einer Woge der Selbstbeweihräucherung.

Der Trump Tower ist das beste Wohngebäude der Welt, trompetet Trump. Das Taj Mahal wird das beste Casino in Atlantic City, schwärmt Trump - das Projekt ging später bankrott. Alles trumpige der Welt ist auch das beste der Welt - so weit, so erwartbar.

Spannender sind diese Sätze: "Ich will nicht Präsident werden. Ich bin 100 Prozent sicher." Trump hat seine Meinung augenscheinlich geändert. Dafür ließ er sich schon damals eine Hintertür offen: "Ich würde meine Meinung ändern, aber nur, wenn ich dieses Land den Bach runtergehen sehe."

Was den Ausgang eines Wahlkampfes mit seiner Beteiligung anging, hatte Trump schon damals die richtige Vorstellung - wenngleich unter falscher Flagge: "Wenn ich jemals für das Präsidentenamt kandidieren würde, würde ich als Demokrat und nicht als Republikaner kandidieren. Nicht weil ich liberaler sein würde, sondern weil ich konservativ bin."

"Aber: Die Arbeiterklasse würde mich wählen. Sie mag mich "

Der gewohnte Wahnsinn des Milliardärs

Im Rest des Interviews offenbart sich immer wieder der irrlichternde Trump, wie ihn die Welt in den letzten zwei Jahren kennen und fürchten gelernt hat.

Trumps Meinung zur Todesstrafe? "Niemand kann behaupten, dass die Todesstrafe nicht abschreckend wirkt. Entweder sie wird schnell wieder eingeführt, oder unsere Gesellschaft wird verrotten. Sie verrottet."

Trumps Ansichten zu den Verbündeten der USA? "Wir werden auf der ganzen Welt dafür ausgelacht, Jahr für Jahr 150 Milliarden zu verlieren, um reiche Nationen umsonst zu verteidigen - Nationen, die innerhalb von 15 Minuten ausgelöscht würden, gäbe es uns nicht. Unsere Verbündeten machen Milliarden, indem sie uns abzocken."

Trumps Einstellung zu Demonstrationen? "Als die Studenten über den Tiananmen-Platz strömten, hat es die chinesische Regierung fast versaut. Dann waren sie bösartig brutal, sie waren grausam, aber sie haben es mit Stärke in den Griff gekriegt. Das zeigt uns die Power von Stärke. Unser Land wird derzeit als schwach wahrgenommen."

In der Playboy-Ausgabe vom März 1990 gibt es also viele interessante Aussagen von Trump, die zeigen, wie er funktioniert. Und vielleicht auch das ein oder andere interessante Bild...

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