LIFE
23/01/2017 13:29 CET | Aktualisiert 24/01/2017 03:21 CET

Diese Frau sparte 20.000 Euro in einem Jahr - indem sie eine entscheidende Sache in ihrem Leben änderte

Der 25. November 2015 ist für Michelle McGagh ein besonderer Tag. Denn an diesem Tag entschloss sie sich dazu, ihre Beziehung zu Geld und Finanzen komplett zu überdenken.

Ihr Ziel: ein ganzes Jahr lang nur Geld für das Nötigste auszugeben. Über ihre Beweggründe für diesen Selbstversuch der finanziellen Enthaltsamkeit hat sie nun auch ein Buch geschrieben.

"Meine Familie, Freunde und sogar meine KollegInnen gingen immer davon aus, dass ich dank meines Jobs als Finanz-Journalistin auch wirklich gut mit Geld umgehen kann“, schreibt McGagh in einem Beitrag für den "Telegraph".

Doch als sie an jenem Freitag im November einen Blick auf ihre Bankauszüge warf, bemerkte sie, dass das Gegenteil der Fall war.

"Mir fiel auf, dass ich Tausende von Pfund für vollkommen sinnlose Dinge ausgegeben hatte“, sagt sie rückblickend. Zwar hatte McGagh kaum Schulden, die Ausgaben für "Unwichtiges und Überflüssiges" waren ihr aber dennoch ein Dorn im Auge.

Angefangen bei Ausgaben für Snacks während der Arbeitszeit über gelegentliche abendliche Essen mit ihren KollegInnen bis hin zu Konzertbesuchen und der Mitgliedschaft für das Fitnessstudio.

McGagh entschied sich für eine Spar-Kur der unkonventionellen Art. Ihr Plan: ein Jahr lang nur mit dem Nötigsten auskommen. Keine Ausgaben mehr für Luxusartikel oder besondere Vergnügungen. Kein Geld mehr für Klamotten, Fastfood, Coffee To Go oder ein Feierabendbier.

Leben mit einem Budget von 35 Dollar pro Woche

Sie erstellte eine Liste, auf der die wichtigsten Dinge standen, die sie zum Leben benötigte: Miete, Versicherung, Grundnahrungsmittel und ein paar wenige Hygiene-Artikel wie Deo, Shampoo und Zahnpasta. Zusätzlich setzte sie sich in wöchentliches Ausgaben-Budget von 35 Dollar.

Auch wenn ihr Mann dieser extravaganten Challenge kritisch gegenübertrat, hielt sie eisern an ihrem Plan fest. Anstatt die öffentlichen Verkehrsmittel zu benutzen, fuhr sie überall mit dem Fahrrad hin.

Sie ging nicht mehr zu Frisör und kaufte sich keine neue Hose, auch wenn diese gegen Ende ihres Experiments durch das viele Radfahren schon ziemlich zerschlissen war.

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Das exzessive Sparen machte sich schon nach wenigen Wochen bemerkbar: Ihr Kontostand war so gut wie schon seit langem nicht mehr. Doch es wurden auch kritische Stimmen laut. "Manche warfen mir Armuts-Tourismus vor", sagt sie. "Aber es gibt eine großen Unterschied zwischen Armut und Genügsamkeit", erklärt die Journalistin.

"Es ging mir nie darum, in Armut zu leben, sondern ganz einfach um den bewussten Verzicht", führt sie weiter aus.

So viel Geld blieb am Ende hängen geblieben

Das Resultat am Ende ihres radikalen Experiments: ein Plus von 23.000 Dollar (umgerechnet 21.412 Euro) auf ihrem Konto. Auch wenn vor allem die Wintermonate "extrem hart waren", sagt sie.

"Jedes Mal, wenn ich im Winter mit meinem Fahrrad zur Arbeit fuhr und mir der eiskalten Wind ins Gesicht peitschte, verfluchte ich mich selbst für diesen dämlichen Plan“, erinnert sie sich.

"Doch sobald es wieder etwas wärmer wurde und der Frühling die Natur um uns herum zum blühen brachte, genoss ich das Pendeln mit dem Drahtesel sehr", so McGagh.

Ihr Resümee für ihr experimentelles Jahr fällt ebenfalls positiv aus: "Ich habe dadurch gelernt, dass ich nicht viel brauche, um glücklich zu sein", sagt sie.

Zufriedenheit durch Verzicht

Auch wenn ihr Experiment inzwischen vorbei ist, hat sie für sich einen guten Mittelweg gefunden. Sie kauft inzwischen nur noch das ein, was sie wirklich braucht. Und teure, allmorgendliche Coffee-to-Go-Becher fallen nicht unter diese Kategorie.

"Innere Zufriedenheit, Sicherheit und Zeit mit den Menschen zu verbringen, die ich schätze und liebe - das ist so viel wertvoller als alles Materielle", sagt McGagh.

Jedes Kind braucht die Chance auf Bildung

Egal wo auf der Welt: Ohne Bildung haben Kinder aus armen Familien in der Regel keine Chance. Doch die ist mitunter teuer - und so vergrößert sich vielerorts das Ungleichgewicht. Dieses Problem versuchen Organisationen in aller Welt zu lösen. Wie ihr selbst aktiv werden könnt, erfahrt ihr bei unserem Kooperationspartner Betterplace.

(lk)