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23/01/2017 13:03 CET | Aktualisiert 23/03/2017 11:16 CET

Wegen Björn Höcke: AfD-Vorstand Dirk Driesang warnt vor Radikalisierung der Partei

dpa
Dirk Driesang, Bundesvorstandsmitglieder der AfD

  • Das AfD-Bundesvorstandsmitglied Dirk Driesang hat ein politisches Positionspapier verfasst

  • Darin warnt er seine Partei davor, einen radikalen Kurs nach Vorbild von Björn Höcke einzuschlagen

  • Die AfD, so Driesang, habe immer zum Ziel gehabt "im besten Sinne pluralistisch" zu sein

Dirk Driesang, Beisitzer im Bundesvorstand der Alternative für Deutschland, warnt seine Partei vor einer Radikalisierung ihres politischen Kurses.

Driesang reagiert mit einem bislang unveröffentlichten Positionspapier, über das die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" in ihrer Dienstagsausgabe berichtet, auf den Wirbel um AfD-Rechtsaußen Björn Höcke.

Höcke hatte in einer Rede vom 17. Januar in Dresden das Berliner Holocaust-Mahnmal als ein "Denkmal der Schande" bezeichnet.

Der AfD-Parteivorstand beschloss am Montag, Höcke nicht von der Partei auszuschließen.

Driesang: AfD im besten Sinne pluralistisch

Driesang schreibt in seinem Positionspapier, Höcke habe der AfD "endlich die Debatte aufgezwungen, die wir unbedingt zur Klärung brauchen." Es gehe dabei um mehr als Höcke - es gehe um die Frage nach dem innersten Wesen der Partei.

Die AfD, wie Driesang schreibt, habe immer zum Ziel gehabt, eine "bürgerliche Alternative" und dabei "im besten Sinne pluralistisch" zu sein. Höcke stehe dem entgegen.

"Genau betrachtet möchte Herr Höcke sowohl den innerparteilichen als auch den gesellschaftlichen Pluralismus 'beerdigen'", schreibt Driesang.

Der Fraktionsvorsitzende der AfD im Landtag Thüringens könne seine Vorstellungen nur auf zwei Weisen erreichen: "Erstens durch das Errichten eines totalitären Regimes. Oder zweitens durch die 'Geburt eines neuen Menschen', der Kraft seines Seins keine Fehler mehr begeht.

Dass beide Wege gegen Gesetz und Vernunft verstoßen würden, brauche nicht betont werden, schreibt Driesang.

Höckes AfD-Kurs führe zur Marginalisierung der Partei

Höckes Bild der AfD als letzte "evolutionäre Chance" meine in Wirklichkeit eine "getarnte Revolution" - einen solchen Weg "sollte aber keine demokratische Partei unterstützen."

Anhängern Höckes in der Parte wirft Driesang in seinem Schreiben vor, sich der Konsequenzen einer solchen Parteipolitik "nicht vollständig bewusst" zu sein.

Setze sich der Kurs von Höcke in der AfD durch, würde die Partei "marginalisiert werden und in den Parteizentralen der ganz großen Koalition in Berlin werden die Sektkorken nur so um die Wette knallen".

Driesang stellt in seinem Positionspapier abschließend die Frage nach der Natur des Patriotismus und an welchem Punkt dieser Patriotismus in Nationalismus umschlage.

Die Debatte über Höcke, so Driesang, sei deshalb eine "wahrscheinlich einzigartige Chance der Klärung".

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(ks)