POLITIK
22/01/2017 17:40 CET | Aktualisiert 23/01/2017 02:22 CET

Ex-Bundesinnenminister Friedrich sorgt mit "Germany First"-Tweet für Shitstorm

Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich sorgt mit "Germany First"-Tweet für Shitstorm
dpa
Ex-Innenminister Hans-Peter Friedrich sorgt mit "Germany First"-Tweet für Shitstorm

Twitter-Ärger um Hans-Peter Friedrich: Der frühere Bundesinnenminister und CSU-Politiker sorgt mit einem Tweet über Donald Trumps "America First"-Parole für teils heftige Kritik.

Friedrich schrieb: "#AmericaFirst heißt offene Märkte, Transatlantische Freundschaft und und Verteidigung unserer Kultur! Identisch also mit #GermanyFirst".

Abgesehen davon, dass nicht ganz klar wird, was offene Märkte mit staatlich verordneter Abschottung gemeinsam haben, kritisieren viele Twitter-Nutzer Friedrichs Wortwahl.

"Deutschland über alles? Mit Trump verliert dieser ehemalige Bundesminister offenbar den Verstand und alle Hemmungen", twitterte etwa "Spiegel Online"-Journalist Florian Gathmann.

Der von Friedrich zitierte Slogan Trumps, "America First", hatte zuletzt in den USA für politische Kontroversen gesorgt. Schon im Wahlkampf hatte eine jüdische Organisation Trump aufgefordert, den Slogan nicht zu verwenden.

Der Grund: "America First" war die Parole der US-Anti-Kriegsbewegung im Zweiten Weltkrieg - also derjenigen, die sich gegen einen Einsatz gegen Hitlers Nazi-Deutschland stellten.

Der Journalist Markus Decker kommentiert bei Twitter: "Schon als er 2011 auf die NSU-Morde erst nach Aufforderung reagierte, lag die Geisteshaltung offen zutage."

Kritik übte auch Grünen-Chefin Simone Peter, die Friedrich Geschichtsvergessenheit vorwarf:

"Kann dem mal jemand erklären, wovon Trump seit zwei Jahren redet?", fragt Journalist Stephan Dörner.

SPD-Generalsekretärin Katarina Barley kritisiert Friedrich für eine Annäherung der CSU an die AfD.

"Stern"-Herausgeber Andreas Petzold kommentiert süffisant: "Oh, klingt so, als gäbe es in Bayern doch eine Parallel-Gesellschaft".

... und auch Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, hat eine ganz eigene Theorie darüber, was mit Friedrich vor Veröffentlichung des Tweets passiert sein muss:

"Die Vergessenen werden sichtbar", twittert FischerAppelt-Chefredakteur Dirk Benninghoff als Antwort auf Friedrichs Kommentar.

Medien-Blogger Thomas Knüwer weist Friedrich derweil auf ein mutmaßliches inhaltliches Missverständnis hin:

Der Münchner Grünen-Stadtrat Dominik Krause bemerkt hämisch: "Läuft bei der CSU".

Hans-Peter Friedrich - der deutsche Donald Trump?

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