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21/01/2017 07:03 CET | Aktualisiert 21/01/2017 13:44 CET

Trumps Antrittsrede: 11 Aussagen, die so falsch sind, dass sie Twitter-Nutzer auf die Palme bringen

  • Auf Twitter sorgt Trumps Antrittsrede für heftige Reaktionen

  • Vor allem die Widersprüche Trumps stören die User

Die Antrittsrede des neuen Präsidenten der USA, Donald Trump, beschäftigt die Welt. Vor allem auf Trumps Lieblings-Kanal Twitter nehmen die User die Antrittsrede des Präsidenten auseinander.

Ein Überblick:

1. Die Trumps und die Obamas

Trump sagte am Freitag in seiner Rede:

"Wir sind Präsident Obama und der First Lady Michelle Obama dankbar für ihre großzügige Hilfe in dieser Zeit des Übergangs. Sie waren großartig."

Für die Obamas ist das ein vergiftetes Lob.

Ein Nutzer deutete auf den kurzen Moment der Verwirrung hin, als Michelle Obama am Freitag nicht wusste, was sie mit einem Geschenk von Trumps Ehefrau Melania machen sollte.

2. Alle Macht dem Volk?

"Die heutige Feier hat indes eine besondere Bedeutung. Denn heute übertragen wir nicht nur die Macht von einer Regierung auf die andere, von einer Partei zur anderen – vielmehr nehmen wir Washington die Macht - und geben sie euch zurück, dem amerikanischen Volk."

Aber stimmt das wirklich? Das Kabinett von Trump, voller Milliardäre und Generäle, verspricht nicht unbedingt eine Übergabe der Macht an das Volk, wie ein Twitter-Nutzer schreibt:

3. Trump, der Kämpfer gegen das Establishment

"Das Establishment schützte sich selbst, aber nicht die Bürger dieses Landes."

Dass Trump sich als Gegner des Establishments zeigte, nahmen ihm einige nicht ab. Dieser Nutzer wies in diesem Zusammenhang auf die Steuererleichterungen für Gutverdiener hin, die Trump plant:

4. Trump, ein Mann des Volkes

"Während sie in unserer Hauptstadt feierten, gab es für viele arme Familien in unserem Land kaum einen Grund zur Freude."

Nicht wenige fragten sich da, was Trump von armen Familien wisse. Trumps Frau Melania zeigt sich gerne, wie sie Diamanten frühstückt:

Dazu kommt, dass Trump Obamas Gesundheitsreform zurücknehmen will – Millionen Amerikaner könnten ihre Versicherung verlieren.

Das erinnert an eine Aussage, die Marie Antoinette, Königin von Frankreich, angeblich über hungernde Bürger gemacht haben soll: "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen".

5. Kann Trump für alle Amerikaner sprechen?

"Wirklich wichtig ist nicht, welche Partei an der Regierung ist – sondern die Frage, ob unsere Regierung vom Volk kontrolliert wird."

Aber wird die Regierung vom Volk kontrolliert, wenn die Mehrheit der Wähler für Trumps Rivalin Hillary Clinton gestimmt haben? Das Wahlsystem machte Trump zum Sieger der Wahl, nicht eine Mehrheit.

Dieser Nutzer findet Trumps Behauptung daher überzogen:

"Der 20. Januar 2017 wird in Erinnerung bleiben als der Tag, an dem das Volk wieder zum Souverän wurde."

Das Zitat geht in eine ähnliche Richtung, wie das vorherige. Und zieht den Spott der User auf sich.

6. Eine traurige Armee und schlechte Schulen

"Wir haben das Militär anderer Länder unterstützt, während wir den traurigen Schwund unserer Armee zuließen."

Und:

"Ein Bildungssystem, das von Geld überschwemmt ist, lässt unsere jungen und schönen Schüler ungebildet."

Während die USA 2015 knapp 600 Milliarden Dollar für das Militär ausgab, waren es für die Erziehung gerade einmal 80 Milliarden. Ein von Geld überschwemmtes Bildungssystem ist das wohl nicht, merkt ein Nutzer an.

Und ein weiterer Nutzer vergleicht die US-Ausgaben für das Militär mit dem Rest der Welt. Vom "traurigen Schwund" keine Spur:

7. Das amerikanische Massaker

"Dieses amerikanische Massaker hört auf, und zwar hier und jetzt."

Tatsächlich geht es den USA wirtschaftlich nicht schlecht, die Arbeitslosenquote ist niedrig.

Ein Nutzer kritisierte daher Trumps apokalyptische Botschaft und stellte fest, dass USA befänden sich wirtschaftlich und militärisch auf einem historischen Höhepunkt befänden:

8. Trump-Produkte aus dem Ausland

"Jahrzehntelang haben wir die Wirtschaft im Ausland bereichert, auf Kosten der amerikanischen Wirtschaft."

Das wollte eine Nutzerin so nicht stehen lassen. Viele Produkte von Trump würden im Ausland produziert, twitterte sie:

Die US-Tageszeitung "Washington Post" hat das überprüft und herausgefunden, dass tatsächlich viele Produkte von Trumps Unternehmen in China und Bangladesch hergestellt werden.

Sogar die Krawatten von Trumps Modeunternehmen stammt aus China:

9. Amerika zuerst

"Von diesem Moment an heißt es: Amerika zuerst."

Der Slogan hat eine dunkle Geschichte. Mitglieder der America-First-Bewegung sprachen sich 1941 gegen den Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg aus und sympathisierten mit den Nazis.

Und das, obwohl viele Amerikaner schon von der Verfolgung der Juden unter Hitler wussten. Die Mitglieder sahen die Juden als Gefahr für die USA an – daher ist der Slogan "America First" in den USA auch mit Antisemitismus verbunden.

Das kommentierte auch ein Nutzer auf Twitter:

10. Trump und die Minderheiten

"Ein Herz, das offen ist für Patriotismus, hat keinen Platz für Vorurteile."

Einer Nutzerin gefällt dieser Satz gar nicht.

Damit habe Trump jede einzelne Gruppe von Menschen in den USA beleidigt – außer die weißen, heterosexuellen Männer. Also die Gruppe, die im Gegensatz zu anderen nicht unter Vorurteilen leiden müsse.

11. Trumps Kampf gegen die Angst

"Angst muss niemand haben - wir werden beschützt, und werden immer beschützt sein."

Das sagt ausgerechnet derjenige, der gerade noch von einem Massaker sprach und ein Horrorszenario von den Zuständen in den USA an die Wand malte, mahnt ein Twitter-Nutzer an:

Mehr zum Thema: Bitte anschnallen: Das sind die Pläne des 45. Präsidenten der USA

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