POLITIK
20/01/2017 07:10 CET | Aktualisiert 20/01/2017 07:21 CET

"Wer Höcke wählt, macht sich mitschuldig": Michel Friedman rechnet mit der AfD ab

"Wer Höcke wählt, macht sich mitschuldig": Publizist Michel Friedman rechnet mit der AfD ab
N24
"Wer Höcke wählt, macht sich mitschuldig": Publizist Michel Friedman rechnet mit der AfD ab

  • Publizist Michel Friedman hat die Skandal-Rede von AfD-Mann Höcke als "geistige Brandstiftung" bezeichnet

  • Friedmans Botschaft: "Wer jetzt noch Leute wie Höcke wählt, macht sich mitschuldig"

  • Zuvor hatte auch SPD-Chef Gabriel heftige Kritik an der AfD-Rhetorik geübt

Publizist Michel Friedman hat die Rede des AfD-Politikers Björn Höcke zum Umgang der Deutschen mit dem Holocaust-Gedenken heftig kritisiert.

"Es ist ein Rückgriff in die Mottenkiste der national-sozialistischen Propaganda-Idee", sagte Friedman beim TV-Sender N24.

Höckes Rede bezeichnete Friedman als "geistige Brandstiftung" und "Geschichts-Revisionismus".

Friedman zur AfD-Rhetorik: "Das ist nicht mehr NPD light"

"Man muss sich vorstellen, dass die NPD so etwas auch hätte propagieren können. Es ist also nicht mehr NPD light", kritisierte Friedman - und deutet damit an, dass sich die AfD inhaltlich zunehmend an die rechtsextreme Partei annähert.

Höcke hatte am Dienstagabend offensichtlich mit Blick auf das Holocaust-Mahnmal in Berlin in einer Rede in Dresden gesagt: "Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat".

Gabriel: Die AfD als "Sammelbecken für rechtsradikale Hetze"

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte anschließend gefordert, die AfD vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Die AfD habe die NPD "als Sammelbecken für rechtsradikale Hetzer endgültig abgelöst", schrieb Gabriel auf Twitter.

Höckes Rede gehe an die Wurzeln des deutschen Grundverständnisses, sagte Friedman. "Viele, die jetzt Protestwähler spielen, können ihre Hände nach dieser Rede nicht mehr in Unschuld waschen. Wer jetzt noch Leute wie Höcke wählt, macht sich mitschuldig."

"Die AfD verändert das politische Klima, den Blick auf den Menschen, den Respekt vor dem Menschen und den Respekt vor dieser wunderbaren Demokratie", sagte er. Wenn man wisse, dass es politisch-geistige Ideologen wie die AfD gebe, und wenn man dann immer noch so tue, als ob das ein Problem sei, das uns nicht alle betrifft, dann hat man es nicht begriffen.

Mehr zum Thema: Lieber Herr Höcke, meine Empörung bekommen Sie nicht

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(ben)