POLITIK
19/01/2017 23:22 CET | Aktualisiert 20/01/2017 02:13 CET

"Maybrit Illner": Geheimdienst-Experte warnt vor einem Aufstand der CIA gegen Trump

ZDF Mediathek
Bei "Maybrit Illner" ging es um Donald Trump

  • Bei "Maybrit Ilner" sagte ein Geheimdienst-Experte einen Kampf zwischen Trump und der CIA voraus

  • Trump wolle die Macht des Dienstes beschneiden

  • Doch der werde sich wehren

Man könnte glauben, dass über Donald Trump bereits alles gesagt wurde, was gesagt werden konnte. Doch Maybrit Illner schaffte es, mit ihrer gestrigen Talkshow trotzdem noch, Erhellendes zu der Diskussion beizutragen.

Und das lag vor allem an einem Gast: dem Friedensforscher und Geheimdienst-Experten Erich Schmidt-Eenboom. Er sagt einen Kampf zwischen Trump und den amerikanischen Geheimdiensten voraus.

Schmidt-Eenboom sieht vor allem eine Kontinuität in Trumps Aussagen seit 2003: Der kommende Präsident plane die Macht, welche über Jahrzehnte die amerikanische Außenpolitik bestimmt habe, die CIA, "nicht nur umzubauen, sonder gänzlich aus der Politik zu entfernen".

"Die CIA hat hier über Bande gespielt"

"Das wird sich dieser Apparat mit 20.000 Mitarbeitern nicht einfach gefallen lassen." Seine Voraussage: Es wird noch mehr skandalöse Veröffentlichungen über Trump geben - lanciert von der CIA: "Ich vermute, dass es in geraumer Zeit nicht nur Wikileaks gibt, sondern CIA-Leaks."

In dem Dossier, das über angebliche Sex-Videos von Treffen mit Prostituierten in Moskau berichtete, die sich im Besitz russischer Geheimdienste befinden, sollen sieht er daher eine Warnung der CIA an dem designierten Präsidenten.

Es sei kein Zufall, dass das Material von einem ehemaligen MI6-Offizier zusammengetragen wurde. "Ich gehe davon aus, dass die CIA hier über Bande gespielt hat, um Herrn Trump einen ganz, ganz deutlichen Warnschuss zu setzen", sagte Schmidt-Eenboom.

"IMs vom Portier bis hin zu den Prostituierten"

Die Vorwürfe gegen Trump selbst hält er für "sehr plausibel": "Man muss davon ausgehen, dass in so einem Spitzenhotel in Moskau der FSB IM vom Portier bis hin zu den zugeführten Prostituierten hat", sagte der Geheimdienst-Experte.

"Das ist gang und gäbe, dass machen die britischen und die amerikanischen Dienste - die deutschen allerdings nicht ganz so doll." Russische Geheimdienste würden es dagegen auf jeden Fall tun.

Der Republikaner Roger Johnson dagegen sagte: "Dieses Dossier ist von hinten bis vorne totaler Quatsch." Indirekt bestätigt er aber eine These von Schmidt-Eenboom: dass es einen Machtkampf zwischen Trump und den amerikanischen Geheimdiensten gebe.

So habe Trump den Diensten eine Falle gestellt, indem er deren Vertreter zu einem vertraulichen Treffen eingeladen habe, zu dem noch nicht einmal seine engsten Vertrauten zugezogen wurden. Nur eine Stunde nach dem Treffen wären Informationen aus dem Treffen in der Presse aufgetaucht.

"Ein paar Russen unter dem Bett und eine FSB-Agentin im Dreckige-Wäsche-Korb"

Der Chefredakteur des russischen Sender RT Deutschland springt ihm zur Seite: "Das ist postfaktisches Zeitalter schlechthin!", sagt er. "Mittlerweile glaubt man jede Story, Hauptsache, da ist Putin drin, ein paar Russen unter dem Bett und eine FSB-Agentin im Dreckige-Wäsche-Korb."

Er hält die Vorwürfe für "geheimdienstlichen Giftmüll". Schmidt-Eenboom sieht aber einen Showdown zwischen Trump und der CIA kommen. Nicht die rumschnüffelnden Agenten würden die Macht der CIA ausmachen: "Der Thinktank ist wichtig, die Analytiker, die ganz maßgeblich die Außenpolitik beeinflusst haben."

Bisher hätten die nur "ganz klar gesetzte Warnschüsse"abgegeben, aber eine Verschwörung gebe es noch nicht. Doch wenn Trump mit deren Macht breche, dann bekomme er es auch mit den "schmutzigen Methoden" zu tun.

Auch auf HuffPost:

Dieser Artikel war bei Amazon meistverkauft – wegen Donald Trump

(ca)