POLITIK
18/01/2017 13:47 CET

So cool reagiert Dunja Hayali auf eine unfassbar provokante Frage eines "Russia Today"-Reporters

cducsu

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali ist erprobt darin, sich mit Hatern, Trollen und Kritikern auseinanderzusetzen. Seit sich der Hass in den sozialen Medien während der Flüchtlingskrise bahnbrach, geht sie mit ihnen ins Gericht.

Auf Facebook, Twitter, auf der Straße während einer Pegida-Demonstration - oder während einer Podiumsdiskussion wie am heutigen Mittwoch in Berlin. Geladen hatte Unions-Fraktionschef Volker Kauder, es ging um Falschmeldungen und wie Politik, Gesellschaft und soziale Netzwerke damit umgehen können.

Im Publikum: Ein Reporter von Russia Today, der deutschen Ausgabe des russischen Staatsfernsehens. Er fragte , wie Hayali Facebook für Falschmeldungen kritisieren könne, wenn ihr Sender selbst solche verbreite.

Eine Provokation, auf die Hayali nicht einging

Ein harter Vorwurf, den sich russische Medien, Blogs und Trolle selbst gefallen lassen müssen. Politiker warnen vor ihrem Einfluss durch Falschnachrichten und Hassbotschaften in den sozialen Medien. Das ließ sich zum Beispiel beim erfundenen Fall Lisa beobachten, wo Russlanddeutsche dazu aufgerufen wurden, in Deutschland auf die Straße zu gehen.

Der Reporter bezog sich in seiner Frage unter anderem auf die ZDF-Doku "Machtmensch Putin", die Ende 2015 ausgestrahlt und wenige Wochen später heftig kritisiert wurde. Außerdem warf der Reporter dem Deutschlandradio vor, in einer Kindersendung russlandkritische Thesen verbreitet zu haben. "Das ist Kindesmissbrauch", sagte er.

Eine Provokation, auf die Hayali nicht einging. Sie antwortet:

"Ich bin nicht die Sprecherin des ZDF. Grundsätzlich kennen aber alle meine Haltung. Wir sind Redakteure, die für ihre Fehler geradestehen. Wir berichtigen sie auch im Schirm oder auf unseren Internetseiten. Und es gibt einen Unterschied zwischen Fake-News und Fehlern. Ich will mich zu der Reportage nicht äußern, weil ich sie nicht gemacht habe.

Aber als der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine losging, hatten wir Schwierigkeiten, weil die technischen Möglichkeiten inzwischen so gut sind, dass sie einen Wimpel von einer Uniform auf die andere transportieren können. Wir stehen als Redaktion unter einem wahnsinnigen Druck und unter einem wahnsinnigen Zeitdruck.

Nichtsdestotrotz dürfen solche Fehler nicht passieren und wir müssen vielleicht auch wieder lernen, uns die Zeit zu nehmen. Das hat man auch gestern gesehen, als über das NPD-Urteil in den ersten Minuten falsch berichtet wurde. Wir müssen wieder selbstbewusster werden und sagen: Wir können nicht adhoc berichten, sondern nehmen uns die Zeit.

Auch da ein Appell an den eigenen Sender und die anderen Redaktionen: Wenn man sie klein spart, geht das auch auf die Kosten der Qualität."

Das war souverän! Die Antwort könnt ihr im Video (ab 2:02:41) nachschauen.

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Oft schauen wir auf gesellschaftliche Entwicklungen nur aus einer abstrakten Perspektive: Experten sprechen über Probleme anhand von Studien. Politiker loben, was gut läuft, anhand von grauen Statistiken - all das hat mit dem Alltag der Menschen, die von diesen Entwicklungen betroffen sind oder sie prägen, oft wenig zu tun.

Diese Menschen kommen jetzt in der Huffington Post zu Wort. Denn wie fühlt sich Armut in einem reichen Land jenseits der Statistiken an? Wie sieht Deutschland aus der Perspektive eines Obdachlosen aus? Vor welchen Problemen steht ein gerade angekommener Flüchtling? Wer hat mit seiner Initiative ein gravierendes Problem gelöst? All das ist Thema in HuffPost-Voices.

Diskutiert mit und schickt uns eure Erlebnisse an Blog@huffingtonpost.de.

(jg)