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18/01/2017 08:59 CET

Der US-Botschafter hat eine eindringliche Warnung an Donald Trump und die EU

Der US-Botschafter hat eine eindringliche Warnung an Donald Trump und die EU
Ralph Orlowski / Reuters
Der US-Botschafter hat eine eindringliche Warnung an Donald Trump und die EU

  • Der US-Botschafter in Deutschland hat Angela Merkel gegen Trumps Kritik verteidigt

  • Außerdem richtete er eine Botschaft an die Menschen in Europa – und den zukünftigen US-Präsidenten

Es war ein Interview das für Aufregung sorgte. Der US-Präsident Donald Trump hat die Nato im Interview mit der "Bild" und der Londoner "Times" als "absolet" bezeichnet.

Trump drohte deutschen Autobauern mit Strafzöllen und bezeichnete Kanzlerin Angela Merkels (CDU) Flüchtlingspolitik als "äußerst katastrophalen Fehler".

Nun stellt sich der scheidende US-Botschafter in Deutschland, John B. Emerson, Trumps Kritik an Merkel entgegen und warnt kurz vor dessen Amtsantritt vor einer Politik der Mauern und Schranken.

Im Interview mit der "Welt“ sagte Emerson über die deutsche Kanzlerin: "Sie hat außergewöhnliche moralische Führung gezeigt, als sich an Deutschlands Grenzen eine humanitäre Krise zuspitzte.“

Emerson: Merkel wird wegen "ihrer moralischen Führungskraft" respektiert

Deutschland habe die Ankunft zahlreicher Migranten ab Sommer 2015 gut in den Griff bekommen und beschäftige sich jetzt mit den richtigen Fragen zu ihrer Integration, so Emerson, der zudem betonte: "Die Vorstellung, dass Europa nur seine Grenzen schließen muss und dadurch Anschläge verhindern könnte, ist absurd.“

Die meisten Anschläge seien von Tätern begangen worden, die in Europa aufgewachsen oder dort rekrutiert worden seien. Die Idee, dass Terroristen nur durch Flüchtlingsströme nach Europa gelangen könnten, sei lächerlich, so der US-Botschafter.

Emerson betonte zudem, dass Merkel in den USA "für ihre moralische Führungskraft und für das, was sie verkörpert“ sehr respektiert und bewundert werde.

Emerson: Trump befindet sich auf einer steilen Lernkurve

Emerson hatte kurz vor Trumps Amtsantritt am 20. Januar auch noch eine Botschaft an die Europäer:

"Es liegt ein langer Weg zwischen den Dingen, die ein zukünftiger Präsident twittert oder in einem umfassenden Interview sagt, und der Politik, die herauskommt, wenn der sehr professionelle Regierungsapparat der USA sich mit den Sachthemen befasst hat“, sagte der US-Botschafter gegenüber der "Welt“ und fügte hinzu: "Darum sage ich den Leuten in Europa: Atmet tief durch und schaut euch erst mal an, wie dieser Prozess verläuft.“

Ermerson glaubt, Trump befinde sich auf einer steilen Lernkurve. Die Briefings durch Geheimdienste und Berater veränderten "offenkundig auch seinen Blick auf die Dinge".

Emerson verlässt seinen Posten zu Trumps Amtsantritt

Eine grundlegende Veränderung der Haltung der USA gegenüber der Nato kann Emerson sich daher nicht vorstellen. Die Nato sei "so wichtig für die nationalen Interessen der USA".

Emerson war von US-Präsident Obama vereidigt worden und verlässt seinen Posten in Berlin am Freitag, dem Tag der Vereidigung Trumps.

Mit Material von dpa.

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(lp)