POLITIK
17/01/2017 03:07 CET | Aktualisiert 17/01/2017 03:08 CET

Kalter Entzug: Nach Berichten wird Theresa May ein knallharten Brexit ankündigen

Britain's Prime Minister Theresa May leaves Downing Street in London, Britain January 11, 2017. REUTERS/Stefan Wermuth
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Britain's Prime Minister Theresa May leaves Downing Street in London, Britain January 11, 2017. REUTERS/Stefan Wermuth

  • Die britische Regierungschefin Theresa May wird nach Berichten einen vollständigen Austritt aus der EU ankündigen

  • Demnach wird das Land auch die Zollunion verlassen

Großbritanniens Premierministerin Theresa May wird britischen und deutschen Medienberichten zufolge in ihrer bevorstehenden Grundsatzrede einen harten Brexit ankündigen.

May werde in ihrer Rede an diesem Dienstagmittag ab 12:45 in London einen Zwölf-Punkte-Plan für die Trennung von der EU vorlegen, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Das Vereinigte Königreich ist demnach für einen Ausstieg aus dem europäischen Binnenmarkt und der Zollunion prinzipiell bereit. Das berichten unter anderem der "Telegraph" und die "Sunday Times".

"Neue und gleichberechtigte Partnerschaft"

"Wir streben nicht danach, an Häppchen der Mitgliedschaft festzuhalten, wenn wir gehen", zitierte der Nachrichtensender Sky News aus Mays Redemanuskript, das ihm nach eigenen Angaben vorliegt.

Mehr zum Thema: Nach Brexit: Premierministerin May plant offenbar ein neues Wirtschafts-Modell

Auch die deutsche "Welt" zitiert Auszüge: "Wir wollen eine neue und gleichberechtigte Partnerschaft – zwischen einem unabhängigen, selbstbestimmten globalen Großbritannien und unseren Freunden und Partnern in der EU", wird May in ihrer Rede angeblich sagen.

"Wir wollen keine Teilmitgliedschaft in der EU"

Demnach wird May einen vollständigen Austritt aus der EU verkünden: "Wir wollen keine Teilmitgliedschaft in der EU, keine assoziierte Mitgliedschaft oder irgendetwas, das uns halb drinnen, halb draußen hält. Wir wollen kein Modell annehmen, das bereits andere Länder nutzen. Wir wollen nicht an Teilen unserer Mitgliedschaft festhalten, wenn wir die EU verlassen."

Ein Regierungssprecher bestätigte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Dienstag die Berichte über den Zwölf-Punkte-Plan, ohne aber ins Detail zu gehen.

Spätestens Ende März will May die Austrittserklärung ihres Landes nach Brüssel schicken. Erst dann können die Verhandlungen beginnen.

Berichte lassen das Pfund abstürzen

Ob sich dieser Zeitplan einhalten lässt, hängt auch von einem Urteil des höchsten britischen Gerichts ab, mit dem noch im Januar gerechnet wird. Die Richter sollen entscheiden, ob May die Zustimmung des Parlaments einholen muss, bevor sie die EU förmlich über den geplanten Austritt Großbritanniens in Kenntnis setzt.

Die Berichte über einen möglichen harten Brexit brachten schon jetzt das britische Pfund unter Druck. In der Nacht zum Montag war die britische Währung erstmals seit Oktober wieder unter die Marke von 1,20 US-Dollar abgesackt.

Zuletzt lag der Kurs bei 1,2061 Dollar. Seit dem Brexit-Votum der Briten vom vergangenen Juni hat es etwa 20 Prozent an Wert eingebüßt.

Mit Material der dpa

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