POLITIK
13/01/2017 13:24 CET | Aktualisiert 13/01/2017 19:49 CET

Chinesische Staatsmedien warnen Trump vor politischer Eskalation

Es war ein womöglich folgenschwerer Satz des künftigen US-Außenministers Rex Tillerson. Bei einer Anhörung im US-Senat sagte Tillerson am Mittwoch über den Konflikt im Südchinesischen Meer: “Wir werden China eine klare Botschaft übermitteln müssen.“

Wie brisant diese Aussage für die diplomatischen Beziehungen der beiden Supermächte USA und China ist, zeigt die Reaktion chinesischer Staatsmedien (mehr dazu im Video).

Die englischsprachige Ausgabe des chinesischen Nachrichtenmagazins "Global Times" kritisierte das "Säbelrassen" des Trump-Teams und warnte: "Wenn Trump die chinesisch-amerikanischen Beziehungen in Zukunft so gestalten will, wie sein diplomatisches Team es gerade tut, sollten sich beide Seiten besser auf eine militärische Auseinandersetzung vorbereiten.”

Mehr zum Thema: Mit dieser gefährlichen Idee könnte der kommende US-Außenminister die USA an den Rand eines Krieges bringen

Tillerson hatte betont, dass das chinesische Inselbauen im Südchinesischen Meer aufhören müsse und China der "Zugang zu diesen Inseln nicht erlaubt wird".

Dabei verglich er das chinesische Engagement mit der unrechtmäßigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland.

Ein brisanter Konflikt

Bei dem Streit geht es um Gebietsansprüche in der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Region. China, Taiwan, die Philippinen, Brunei, Malaysia sowie Vietnam wollen Kontrolle über Teile des Südchinesischen Meer ausüben.

China reklamiert bis zu 90 Prozent des Gebiets für sich, hat bereits Inseln aufgeschüttet und massiv militärische Infrastruktur errichtet, darunter eine drei Kilometer lange Landebahn. Es hat zudem eine großräumige Luftsicherheitszone definiert.

Die USA unterstützen vor allem die Philippinen, wollen China davon abhalten, seinen militärischen Einfluss in der Region weiter zu festigen. Bereits in der Vergangenheit schickten die USA daher Kriegsschiffe in die Region, um China die Ansprüche abzusprechen.

China kritisiert Trump ganz offen

Nicht nur über die staatlichen Medienkanäle weist die chinesische Regierung Forderungen der Trump-Regierung zurück, Peking solle sich von seinen künstlichen Inseln im Südchinesischen Meer zurückziehen.

China habe jedes Recht, in seinem Hoheitsgebiet "normale Aktivitäten“ durchzuführen, sagte am Donnerstag ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. Einige Differenzen mit den USA sollten nicht dazu führen, dass die Kooperation beider Länder Schaden nimmt.

Der internationale Schiedsgerichtshof in Den Haag wies im Juli die Gebietsansprüche zurück. China ignoriert das Urteil.

Mit Material der dpa.

(mf)