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13/01/2017 15:53 CET | Aktualisiert 13/01/2017 16:00 CET

Beispielhafte Zivilcourage: So rettete eine Reisende eine Frau vor einem unheimlichen Mann

Vorbildliche Zivilcourage zeigten die Reisenden bei einem Vorfall in einer Münchner S-Bahn
KatarzynaBialasiewicz via Getty Images
Vorbildliche Zivilcourage zeigten die Reisenden bei einem Vorfall in einer Münchner S-Bahn

Beispielhafte Zivilcourage zeigten mehrere Reisende am Freitagmorgen in Moosach bei München.

Auf dem Bahnsteig der dortigen S-Bahnstation redete gegen 06:35 Uhr ein Mann auf eine Frau ein. Diese wies ihn, mit einem auch für andere Reisende vernehmbar lautem "Ich habe Nein gesagt!", ab.

Daraufhin kam eine weitere Frau hinzu. Sie forderte den Mann auf, "die Frau in Ruhe zu lassen!" Der Mann wandte sich von beiden Frauen ab und suchte sich ein neues Opfer.

Es traf eine 22-jährige Moosacherin. Nach einem kurzen Gespräch, bei dem sie den Mann ebenso zu verstehen gab zu verschwinden, drohte er ihr.

Couragierte Reaktion

Die junge Frau bekam es mit der Angst zu tun. Dies bemerkte eine andere Frau am Bahnsteig, die ihr zu Hilfe eilte. Sie rief von weitem einen persönlichen Gruß und holte die Moosacherin so vorbildlich aus der bedrohlichen Situation heraus, wie die Polizei bemerkt.

Als die S-Bahn kam, bestiegen die Wartenden den Zug - doch auch der pöbelnde Mann stieg ein.

Die Lage spitzt sich zu

Nun spitzte sich die Lage zu: Er begann herumzuschreien, äußerte sich obszön, lief hin und her und quatschte erneut zwei Mädchen an.

Eine 52-jährige Frau aus Freising drückte daraufhin die Notsprecheinrichtung und informierte den S-Bahn-Fahrer, der seinerseits die Notfallleitstelle verständigte. Andere Reisende wählten die "110".

Am Hauptbahnhof München wartete dann bereits eine Steife der Deutsche Bahn Sicherheit und kümmerte sich um den Mann - ein 39-jähriger Russe, wie sich später herausstellte.

Gegen ihn nahm die Bundespolizei Ermittlungen wegen Beleidigung auf sexueller Basis, Bedrohung und versuchter Körperverletzung auf. In einer Pressemitteilung lobte die Polizei ausdrücklich das couragierte Vorgehen der Reisenden und des S-Bahn-Fahrers.