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13/01/2017 14:24 CET | Aktualisiert 13/01/2017 14:34 CET

Abgasskandal: VW-Chef soll schon Jahre vorher von den Manipulationen gewusst haben

Martin Winterkorn hat allen Grund angefressen zu sein
Ulrich Baumgarten via Getty Images
Martin Winterkorn hat allen Grund angefressen zu sein

In der Abgasaffäre bei Volkswagen wird die Luft für Ex-Boss Martin Winterkorn immer dünner. Erst am Dienstag kam heraus, dass er bereits Ende Juli 2015 von den Manipulationen gewusst haben soll, aber geschwiegen hat.

Doch nun legen neue Indizien nahe, dass Winterkorn noch weitaus früher informiert war als bisher bekannt. Kronzeugen haben im Gespräch mit US-Ermittlern ausgesagt, sie hätten 2012 und 2014 mit einem engen Vertrauten Winterkorns über eine illegale Software in den Diesel-Fahrzeugen auf dem US-Markt gesprochen. Das berichten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung".

Offizielle Darstellung: Winterkorn erfuhr erst im Spätsommer 2015 von den Manipulationen

Einer der Zeugen sagte, er sei davon ausgegangen, dass dies an den Vorstandschef weitergereicht werde. 2014 soll der Vertraute Winterkorns dann sogar gesagt haben: "Ich muss mit dem Chef sprechen." Im Juli 2015 schilderte ein Ingenieur die Problematik bei einem Termin mit Winterkorn, wobei dieser so gewirkt habe, als wisse er längst davon.

Die Kronzeugen sind Ingenieure aus der Diesel-Entwicklung, die bei den Manipulationen mitgewirkt haben. Nach offizieller Darstellung von VW erfuhr Winterkorn erst im Spätsommer 2015 von den Manipulationen.

Volkswagen und das US-Justizministerium hatten sich am Mittwoch auf Strafzahlungen über 4,1 Milliarden Euro geeinigt. Zudem wurden Strafanzeigen gegen sechs VW-Manager bekanntgegeben.

Mit einem Schuldbekenntnis räumt der größte europäische Autokonzern darüber hinaus kriminelles Fehlverhalten ein. Ihm wurden Betrug und Verletzungen des Luftreinhaltegesetzes in den USA vorgeworfen.

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