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12/01/2017 13:58 CET

"GZSZ"-Star stirbt dramatischen Serientod - und bricht ein großes Tabu (Spoiler)

Gemeinsam mit Freundin Katrin entscheidet sich Leonardt für den Freitot
RTL / Rolf Baumgartner
Gemeinsam mit Freundin Katrin entscheidet sich Leonardt für den Freitot

  • "GZSZ"-Liebling Merlin Leonhardt stirbt den Serien-Tod

  • Seine Figur Till will nach seiner Diagnose den Freitod - und seine Freundin will ihm beistehen

  • Die RTL-Soap behandelt damit das emotionale Thema Sterbehilfe; ein Tabu

Ein Schock für alle Fans: Wie "Bild"-Zeitung jetzt schreibt, schickt die RTL-Vorabendserie "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" Schauspieler Merlin Leonhardt in den Serientot und tut damit etwas Ungewöhnliches:

Leonardt alias Till will nämlich keinen natürlichen Tod sterben, er wählt den Freitot. Und nicht nur das: Seine Freundin Katrin (Ulrike Frank) will ihm beim Sterben helfen.

Darf eine Soap das zeigen?

Erst der Dezember-Folge erhielt Till die schockierende Diagnose eines unheilbaren Nervenleidens, dass ihm nur noch acht Monate Lebenszeit lässt. Seine Entscheidung diese Zeit zu verkürzen, schockiert.

"Das mit Bommel und Katrin ist definitiv das Schrecklichste, was ich jemals bei 'GZSZ' gesehen habe", schreibt ein Fan auf Twitter.

Andere Zuschauer können die Entscheidung des Charakters nachvollziehen: "Ich kann Bommel verstehen, dass er so handeln will."

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Trotzdem fragen sich Fans der Serie vielleicht: Ist Sterbehilfe bei uns überhaupt erlaubt?

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland strafbar

Die Rechtslage in Deutschland entscheidet folgendermaßen: Die aktive Sterbehilfe, das heißt letztlich die Tötung eines Menschen, ist unabhängig von den Motiven des Täters strafbar.

Ist kein ausdrücklicher Wunsches des Opfers nachweisbar, wird aktive Sterbehilfe demnach als Totschlag eingestuft. Der vermeintliche Helfer kann lauft Strafgesetzbuch zu bis zu zehn Jahren Haft verurteilt werden.

Aber auch wenn es sich der Patient ausdrücklich und ernsthaft gewünscht hat, zu sterben, indem ihm ein anderer Mensch zum Beispiel eine Überdosis Medikamente verabreicht, ist Sterbehilfe strafbar. Bei der sogenannten Tötung auf Verlangen drohen bis zu fünf Jahren Haft.

Anders ist es bei der Beihilfe zum Sterben, die womöglich Katrin in "GZSZ" leisten will. Grund: Hier verabreicht der Helfer keine Medikamente. Er stellt die Mittel zum Sterben zur Verfügung, die der Erkrankte selbst zu sich nimmt.

Der Patient begeht in solchen Fällen also Selbstmord - und wird nicht von einem anderen Menschen getötet. Damit können die Menschen, die ihm beistehen, auch nicht belangt werden.

Dass Sterbehilfe im Gegensatz dazu in Deutschland verboten ist, wird hierzulande immer wieder diskutiert.

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Beim Dreh blieb kein Auge blieb trocken

"GZSZ" nimmt also wieder einmal ein Thema mit hoher gesellschaftlicher Brisanz auf. Doch die Soap diskutiert nicht wie Juristen Fakten, sondern zeigt die emotionale Debatte dahinter.

Dementsprechend waren die Dreharbeiten zu den letzten Folgen des Paares in St. Peter Ording an der Nordsee keine leichte Aufgabe für Schauspieler und Crew.

Der mitreißende Tod von Till ging auch dem "GZSZ"-Ensemble unter die Haut, wie Ulrike Frank bereits der Zeitung verraten hat. "Alle fieberten und litten mit, manche mussten schon beim Drehbuchlesen weinen, mich eingeschlossen“, sagte sie.

Über die Details jedoch schwieg sie. So bleibt für die Fans derzeit vieles noch im Dunkeln. Zum Beispiel wie Katrin ihrem Partner helfen will, zu sterben.

Aufgrund der Erfahrung aus der Vergangenheit können wir jedoch vermuten, dass die Fans die traurige Antwort wohl gegen Ende Februar erhalten werden.

Till-Schauspieler Leonhardt sieht dem Moment der Wahrheit aktuell gelassen entgegen. Er sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Jetzt bin ich erstmal im Brasilien-Urlaub und dann werde ich sehen, wie es weitergeht.“

Hintergrund-Informationen zu dem Thema Sterbehilfe erhaltet ihr zum Beispiel auf der Seite "Sterbehilfe.info". Dort schreiben nach eigenen Angaben Juristen und Ärzte über Sterbehilfe.

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(cho)