NACHRICHTEN
12/01/2017 10:38 CET | Aktualisiert 12/01/2017 10:47 CET

Schweizer Politikerin setzt Kopfgeld auf junge Burkaträgerinnen aus - das steckt dahinter

Frau mit Burka (Symbolbild)
Mukesh Gupta / Reuters
Frau mit Burka (Symbolbild)

"Ich bin bereit, jener Person 2000 Franken zu bezahlen, die eine Jugendliche der dritten Ausländergeneration im Alter von 9, 10, 11 oder gar 25 Jahren findet, die eine Burka trägt."

Über diesen Aufruf der sozialdemokratischen Nationalrätin Ada Marra berichtet die Schweizer Zeitung "Blick".

Auf den ersten Blick wirkt die Aussage krass - ein Kopfgeld auf Burkaträgerinnen? Aber Marra will mit ihrer Aussage darauf hinweisen, dass es in der Schweiz keine jungen Mädchen gibt, die eine Burka tragen.

Rechte machen mobil

Der Hintergrund der Aktion: Die Schweizer stimmen demnächst über erleichterte Einbürgerungsbedingungen für Einwanderer-Nachkommen in dritter Generation ab.

Ausländer bis 25 Jahre, deren Großeltern schon in der Schweiz geboren worden sind oder lange Zeit dort gelebt haben, hätten es bei Annahme der Vorlage leichter, einen Schweizer Pass zu bekommen.

Die rechtsgerichtete Schweizer Volkspartei (SVP) macht derzeit gegen die Vorlage mobil: Mit einem umstrittenen Burka-Plakat - "Unkontrolliert einbürgern? Nein!" - buhlt ein Nein-Komitee um SVP-Nationalrat und Asyl-Gegner Andreas Glarner um die Wähler.

"Erleichterte Einbürgerung hat nichts mit radikalen Muslimen zu tun"

Ada Marra will sich nun mit ihrer provokativen Aussetzung eines Finderlohns gegen die Einbürgerungs-Gegner stellen.

Das Burka-Plakat der SVP sei "völlig absurd", sagt sie dem "Blick". Die Befürworter der Einbürgerungserleichterung müssten aufzeigen, "dass die Vorlage nichts mit radikalen Muslimen zu tun hat". Fast 99 Prozent der Betroffenen in der dritten Ausländergeneration kämen aus Europa. Alleine Italiener und Spanier machten zwei Drittel aus.

Marra ist sich sicher, dass die Einbürgerungs-Gegner keine jungen Burkaträgerinnen finden werden. Das Problem also von den Rechten völlig übertrieben wird.

Pointiert und meinungsstark: Der HuffPost-WhatsApp-Newsletter

2016-07-22-1469180154-5042522-trans.png

(ben)