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10/01/2017 09:35 CET | Aktualisiert 10/01/2017 12:24 CET

Interne Liste der Bundesländer: Diese Staaten machen bei Abschiebungen die größten Probleme

ISSOUF SANOGO via Getty Images
Malians deported from France arrives at Bamako airport on August 25, 1996, in Bamako. Among the group were four Malians of the 200 Africans, forcibly evicted on August 23 from a Paris church which they had occupied for more than 2 months to obtain residence papers. (Photo credit should read ISSOUF SANOGO/AFP/Getty Images)

Viele Staaten verzögern und verhindern die Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern. Eine bislang geheime Liste der Bundesländer, die der HuffPost vorliegt, zeigt nun die besonders problematischen Kandidaten.

Mit Ghana ist beispielsweise ein Land unter den sogenannten Problemstaaten, das schon seit 1993 als sicheres Herkunftsland gilt. Außerdem zählen nach Recherchen der HuffPost Indien, Pakistan, Algerien und Marokko zu den Staaten, die bei der Beschaffung von Ersatzpässen und Abschiebungen erhebliche Probleme bereiten.

"Staaten nehmen Schutzhaltung ein"

Weitere Länder auf der sogenannten "Problemstaatenliste" sind Ägypten, Äthiopien, Bangladesch, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Guinea, Liberia, Mali, Niger und Nigeria.

Wo hakt es? Die Problemstaaten kooperieren nicht oder nur mangelhaft mit den deutschen Behörden, damit abgelehnte Asylbewerber in ihr Herkunftsland abgeschoben werden können.

In einem internen Bericht der "Unterarbeitsgruppe Vollzugsdefizite" von Bund und Ländern heißt es, die Problemstaaten nähmen ohne Rücksicht auf die deutsche Rechtslage eine Schutzhaltung für die eigenen Staatsangehörigen ein.

Die Staaten stellten überhöhte Anforderungen für den Nachweis der Staatsbürgerschaft. Zudem fehle ihnen der Wille zu Nachforschungen. Sogar „Korruption zum Nachteil deutscher Behörden“ verhindere Rückführungen.

"Bei einzelnen Staaten führt es dazu, dass die Beschaffung von Passersatzpapieren gänzlich unmöglich ist", schreiben Experten von Bundespolizei und Bundesländern. Ohne Identitätspapiere ist eine Abschiebung nicht möglich.

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