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09/01/2017 08:12 CET | Aktualisiert 09/01/2017 12:13 CET

"China wird Rache verlangen": Chinesische Staatszeitung spricht Warnung an Trump aus

  • Die staatliche chinesische Zeitung "Global Times" warnt den künftigen US-Präsidenten Donald Trump, das chinesische Volk werde Rache verlangen, sollte er weiter auf Taiwan zugehen

  • Auslöser ist ein Treffen zwischen der taiwanesischen Präsidentin Tsai Ing-wen und republikanischen Politikern

  • China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz

  • Die wichtigsten Aussagen der "Global Times" seht ihr oben im Video

Der Besuch versprach diplomatischen Sprengstoff – und das Versprechen wurde prompt eingelöst.

Die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen traf sich am Sonntag mit Vertretern der republikanischen Partei im US-amerikanischen Houston. Danach reiste Tsai nach Mittelamerika weiter.

Problematisch ist der Besuch, weil China Taiwan als abtrünnige Provinz ansieht – und die meisten Länder daher keine offenen diplomatischen Beziehungen zu der Inselrepublik unterhalten. Das bezeichnet der Begriff "Ein-China-Politik".

"Das chinesische Volk wird Rache verlangen"

Die Reaktion aus China auf Tsais Treffen mit dem Gouverneur von Texas, Greg Abbott, und dem US-Senator Ted Cruz fiel dann auch deutlich aus.

Die staatliche Zeitung "Global Times" wertete den Besuch als einen möglichen Vorgeschmack auf die China-Politik des künftigen Präsidenten Donald Trumps - auch wenn weder Cruz noch Abbott Trumps Team angehören.

In einem Leitartikel sprach die "Global Times" trotzdem eine deutliche Warnung aus:

"Wenn Trump die 'Ein-China-Politik' nach Amtseintritt verleugnet, wird das chinesische Volk von ihrer Regierung Rache verlangen. Es gibt keinen Spielraum für Verhandlungen", heißt es dort.

Die "Ein-China-Politik" sei keine launische Forderung der chinesischen Regierung. Sie sei eine Pflicht für US-Präsidenten, um die Beziehungen zwischen seinem Land und China aufrecht zu erhalten.

Noch sei Trump nicht vereidigt, darum müsse China sein Verhältnis zu den USA wegen Taiwan nicht belasten, relativierte die "Global Times" ihre Warnung an Trump. Die aufgefahrene Drohkulisse im Artikel sprach trotzdem Bände.

Trump traf Tsai nicht

Donald Trump traf die taiwanesische Präsidentin am Sonntag nicht. Auch darüber war vor dem Besuch Tsais spekuliert worden.

Ein Sprecher von Trumps Übergangsteam dementierte laut der US-Zeitung "Washington Post" jedoch, dass weder der künftige Präsident noch einer seiner Team-Mitglieder mit Tsai zusammenkommen werde.

Die "Global Times" schreibt dazu: Es sei nicht klar, ob Trump einen Schritt zurück mache und von einer weiteren Vertiefung seiner Beziehung zu Taiwan absehe.

Nach seinem Wahlsieg hatte Trump China bereits brüskiert, als er einen Anruf von Taiwans Präsidentin Tsai annahm. Laut Medieninformationen war das Gespräch der beiden lange im Voraus geplant.

In einem Interview hatte der künftige US-Präsident dann noch einmal nachgelegt und gesagt, er verstehe nicht, "warum wir an eine 'Ein-China-Politik' gebunden sein müssen, solange wir nicht einen Deal mit China über andere Dinge haben, darunter den Handel."

Mehr zum Thema: Donald Trump: Die Welt glaubt, dass er verrückt ist - und das ist Teil seines Plans

"Global Times" fordert Sanktionen gegen Taiwan

Das Treffen zwischen Vertretern der republikanischen Partei und der taiwanesischen Präsidentin wertete die "Global Times" als ein weiteres Zeichen, dass sich Tsai um mehr Unabhängigkeit für ihr Land bemühe. Das Blatt sprach sich für scharfe Sanktionen gegen Taiwan aus:

"Das Mutterland sollte alle möglichen Mittel mobilisieren, um Taiwans Diplomatie zu zerquetschen und seiner Wirtschaft einen Stoß zu versetzen. Es sollte auch militärischen Druck auf Taiwan ausüben und es an den Rand einer erzwungenen Wiedervereinigung drängen."

Auch wenn das staatliche Medium nicht stellvertretend für die chinesische Regierung stehen kann – der Beitrag deutet an, welche Reaktionen Trump auslösen könnte, sollte er an seiner bisherigen China-Politik festhalten. Der künftige US-Präsident äußerte sich bisher nicht zu dem Vorfall.

Mehr zum Thema: "Das ist Wahnsinn": Donald Trump setzt beispiellosen Tweet an China ab

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China protestierte bereits im Vorfeld

Gegen das angekündigte Treffen von Tsai und den Vertretern der Republikaner hatte China bereits im Vorfeld protestiert.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, erklärte Ted Cruz, dass Mitglieder des Kongresses einen Brief vom chinesischen Konsulat erhalten habe. Darin seien sie aufgefordert werden, sich nicht mit der taiwanesischen Präsidentin zu treffen.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Lu Kang, drängte laut Reuters am Montag "die entsprechenden Amtspersonen der USA", keinen Kontakt zu Taiwan zu unterhalten, um die Beziehung zwischen den USA und China nicht zu schädigen.

Der Gouverneur von Texas, Abbott, veröffentlichte auf Twitter ein Bild von Tsais Besuch:

Laut Cruz ging es bei dem Treffen von Tsai und ihm darum, die Beziehung der USA und Taiwan auszubauen. Diskutiert worden sei eine weitergehende wirtschaftliche Zusammenarbeit. Das beinhalte auch Zugang für die USA zum taiwanesischen Markt, wovon texanische Bauern und kleine Unternehmen profitieren würden.

Der diplomatische Sprengstoff zwischen den USA und China bleibt scharf.

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