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09/01/2017 02:17 CET | Aktualisiert 09/01/2017 06:51 CET

Aufrüttelnde Zahlen: Verschweigt die bayerische Polizei systematisch Straftaten gegen Flüchtlinge?

Krankenwagen fährt durch die Nacht
ullstein bild via Getty Images
Krankenwagen fährt durch die Nacht

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, hat es in Bayern 2016 offenbar weitaus mehr Straftaten gegen Flüchtlinge gegeben als bislang bekannt.

Offenbar informiert die Polizei bei Straftaten gegen Flüchtlinge nur selten die Öffentlichkeit. Das geht aus einer Anfrage der Grünen an das bayerische Innenministerium hervor.

Das sind die wichtigsten Zahlen:

- 340 Straftaten gegen Asylsuchende wurden von den Behörden in den ersten drei Quartalen 2016 registriert. Die meisten davon (97 Prozent) waren rechtsmotiviert.

- Doch in gerade einmal 17 Prozent der Fälle veröffentlichte die Polizei auch eine Pressemitteilung. Bei 283 Straftaten geschah das bis heute nicht.

- Bei Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte hat das Innenministerium in Bayern 75 Fälle registriert. Nur die Hälfte der Anschläge wurde auch öffentlich gemacht.

"Öffentlichkeit hat ein Recht das zu erfahren"

Was bedeuten die Zahlen nun? Laut dem BR informiert die Polizei in Bayern bei herkömmlichen Straftaten häufiger die Öffentlichkeit als bei Tagen gegen Flüchtlinge.

Katharina Schulze von den bayerischen Grünen sagt dem BR: "Bei massiven Vorfällen hat die Öffentlichkeit ein Recht das zu erfahren, damit man weiß, welchen massiven Bedrohungen Flüchtlinge und deren Helfer ausgesetzt sind."

Das bayerische Innenministerium wies auf Nachfrage des BR darauf hin, dass die Entscheidung, ob eine Meldung an die Presse weitergegeben wird, der jeweiligen Staatsanwaltschaft obliege, die sich wiederum mit der Polizei abspreche.

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(bp)